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„Tag der Jugend“: Niemand darf verloren gehen. Sorge um demografische Entwicklung


Magdeburg – Unter dem Motto „Niemand darf verloren gehen“ stand in Sachsen-Anhalt der diesjährige Tag der Jugend, der den Übergang von der Schule in den Beruf in den Mittelpunkt rückte. Die Landesregierung, die Bundesagentur für Arbeit und zahlreiche Partner erinnerten daran, wie entscheidend eine gelungene berufliche Orientierung für die Zukunft junger Menschen ist.

Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne warnte vor den Folgen fehlender Fachkräfte: „Auf zwei Beschäftigte, die in den Ruhestand gehen, folgt derzeit nur eine junge Arbeitskraft. Ohne Fachkräftenachwuchs läuft in unseren Unternehmen, Kliniken und Restaurants nichts mehr.“ Besonders migrantische Jugendliche wolle man gezielt ansprechen, um ihre Chancen zu verbessern.

Die Zahlen belegen Handlungsbedarf: Im Jahresdurchschnitt 2024 waren rund 8.300 junge Menschen arbeitslos, davon 78 Prozent ohne Berufsabschluss. Bei ausländischen Jugendlichen lag dieser Anteil sogar bei über 90 Prozent. Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, betonte: „Jugendarbeitslosigkeit ist nicht nur eine persönliche Belastung, sondern auch eine zentrale Herausforderung für unsere Wirtschaft.“

Programme wie die bundesweite Initiative „Zukunftsstarter“ und das Landesprojekt „BRAFO“ setzen auf frühzeitige Berufsorientierung. Rund 11.000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt erkunden jährlich in Praktika ihre Interessen und Talente, unterstützt durch digitale Werkzeuge wie das Selbsterkundungstool „Check-U“.

Trotz sinkender Bewerberzahlen ist das Ausbildungsplatzangebot im Land in den letzten zehn Jahren gestiegen – ein Zeichen, dass die Betriebe der Nachwuchsförderung große Bedeutung beimessen. Die Botschaft des Tages war eindeutig: Mit guter Begleitung und gezielter Förderung sollen alle Jugendlichen den Weg in eine stabile berufliche Zukunft finden.


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