Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule rufen zu einer antifaschistischen Vollversammlung auf. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 16. Juni, von 16 bis 18 Uhr auf der Wiese des Steintorcampus statt.
Organisiert wird die Versammlung von den Gruppen SDS Halle, Studis gegen Rechts Halle und Widersetzen Halle. Ziel ist es nach Angaben der Veranstalter, über den Umgang mit einem möglichen wachsenden Einfluss rechter Politik auf Hochschulen zu diskutieren und gemeinsame Forderungen zum Schutz von Wissenschaft und studentischer Mitbestimmung zu formulieren.
Hintergrund sind die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im Herbst sowie Umfragewerte, die die AfD derzeit als stärkste politische Kraft sehen. Die Veranstalter äußern die Sorge, dass sich dies auf Hochschulen und Wissenschaftsfreiheit auswirken könnte. Kritisiert werden unter anderem Positionen der Partei zur Migration sowie Vorstöße zur Veränderung studentischer Selbstverwaltung.
In einem Redebeitrag erklärt SDS-Mitglied Leo Reiners, man wolle dem Erstarken rechter Positionen aktiv entgegentreten. Die Organisatoren verweisen zudem auf eine Zunahme rechter Gewalt und sehen Hochschulen in der Verantwortung, demokratische Werte zu verteidigen.
Zugleich betonen die Initiatoren, dass das Neutralitätsgebot staatlicher Einrichtungen aus ihrer Sicht keine politische Gleichgültigkeit gegenüber demokratiefeindlichen Positionen bedeute. Universitäten hätten vielmehr die Aufgabe, Wissenschaftsfreiheit und demokratische Grundwerte zu schützen.