Die Debatte um die Streichung von Skikursen in Sachsen-Anhalts Schulen zieht weitere politische Kreise. Nachdem bereits CDU-nahe Jugendverbände sowie einzelne Bildungspolitiker aus den eigenen Reihen Bildungsministerin Eva Feußner öffentlich kritisiert hatten, meldet sich nun auch die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu Wort – mit deutlicher Schärfe.
Im gestern erschienenen Beitrag des HalleSpektrums wurde berichtet, dass Ministerin Feußner die Skikurse aus dem Sportunterricht streichen will – aus Kostengründen und wegen sozialer Gerechtigkeit. Die Junge Union und CDU-Bildungspolitiker widersprachen: Skifahrten seien nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch für das soziale Miteinander wichtig. Die Entscheidung stieß auch innerhalb der Regierungsfraktion auf Unverständnis.
Nun legt die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Susan Sziborra-Seidlitz, nach: „Die Intel-Affäre, Head-Hunter-Millionen, Schulschließungspläne, ausstehende Gehaltszahlungen – die Skandale im Bildungsministerium häufen sich“, sagt sie. Dass nun auch Skikurse gestrichen würden, sei Ausdruck einer verfehlten Prioritätensetzung. „Schule ist mehr als Deutsch, Mathe und Englisch – sie ist ein Erfahrungsraum“, so Sziborra-Seidlitz.
Die Grünen kritisieren, dass unter CDU-Verantwortung Förderstunden gekürzt, Lehrerwochenstunden reduziert und damit größere Klassen und weniger individuelle Förderung in Kauf genommen würden. „Diese Entbildungspolitik muss ein Ende haben“, heißt es in der Stellungnahme. Sachsen-Anhalt brauche einen bildungspolitischen Neustart – mit Investitionen in Qualität, Personal und pädagogische Vielfalt. Die grüne Bildungspolitikerin fordert ein System, das fördert statt frustriert, das Zeit und Raum für jedes Kind schafft.