Magdeburg. Nach der Insolvenz des Chemieunternehmens DOMO Caproleuna ist im Landtag von Sachsen-Anhalt ein politischer Streit über den Umgang mit dem Industriestandort entbrannt. Vertreter der CDU-Fraktion werfen der AfD vor, die Situation der Beschäftigten politisch auszunutzen und konstruktive Lösungen zu blockieren.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Ulrich Thomas, reagierte mit deutlicher Kritik auf Äußerungen der AfD-Fraktion zur Zukunft des Werkes. Nach seinen Worten zeigten die Aussagen der AfD, dass es der Partei weniger um die rund 500 Beschäftigten am Standort gehe als um politische Profilierung in einer Krisensituation.
Thomas betonte, dass Landesregierung und Wirtschaftsressort derzeit intensiv daran arbeiten, eine Fortführungslösung für das Unternehmen zu ermöglichen und den Industriestandort zu sichern. Ziel sei es, sowohl Arbeitsplätze zu erhalten als auch mögliche Risiken für den Betrieb und die Region zu begrenzen.
Die Landesregierung unter Ministerpräsident Sven Schulze sowie Wirtschaftsminister Michael Richter bemühe sich nach CDU-Angaben darum, Investoren zu gewinnen und eine langfristige Perspektive für die Anlage zu schaffen.
Kritik entzündete sich insbesondere an der Forderung der AfD, staatliche Unterstützungsmaßnahmen für den angeschlagenen Standort einzustellen. Aus Sicht der CDU würde ein solcher Schritt die Situation der Beschäftigten und ihrer Familien erheblich verschärfen. Thomas bezeichnete diese Haltung als verantwortungslos gegenüber der Region.
Zugleich warf er der AfD vor, im parlamentarischen Prozess kaum eigene Vorschläge zur Stärkung des Industriestandorts vorzulegen. Stattdessen werde mit grundsätzlicher Kritik gearbeitet, ohne konkrete Alternativen etwa zur Entbürokratisierung oder zur Förderung von Investitionen zu präsentieren.
Der Chemiestandort Leuna gehört zu den bedeutenden Industriezentren in Sachsen-Anhalt. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit für die weitere Entwicklung des betroffenen Unternehmens und die möglichen Folgen für Arbeitsplätze und Zulieferbetriebe in der Region.