Halle (Saale) – Im regionalen Nahverkehr Sachsen-Anhalts drohen in der kommenden Woche Arbeitsniederlegungen. Die Gewerkschaft ver.di bereitet für den Zeitraum vom 27. April bis 1. Mai 2026 Streiks vor, nachdem ein aktuelles Angebot der Arbeitgeberseite von der Tarifkommission als unzureichend zurückgewiesen wurde.
Hintergrund ist die laufende Tarifrunde, in der es vor allem um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Beschäftigte im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geht. ver.di fordert unter anderem eine Reduzierung der maximalen Dienstschichtlänge von derzeit 12,5 auf 9 Stunden. Zudem sollen Ausgleichszeiträume für Überstunden verkürzt werden, um eine schnellere Erholung der Beschäftigten zu ermöglichen. Auch ein Anspruch auf 30 Urlaubstage bereits beim Berufseinstieg gehört zu den zentralen Forderungen.
Nach Angaben der Gewerkschaft enthält das vorgelegte Angebot der Arbeitgeber zu diesen Punkten keine konkreten Verbesserungen, sondern ziele darauf ab, den bestehenden Zustand beizubehalten. Verhandlungsführer Stefan Hilbig bezeichnete das Angebot als „nicht verhandlungsfähig“. Ob die Streiks an allen Tagen oder nur punktuell stattfinden, ist derzeit noch offen.
Betroffen von möglichen Arbeitskampfmaßnahmen sind mehrere Verkehrsunternehmen im Land, darunter regionale Anbieter in der Börde, im Harz, im Salzlandkreis sowie in der Altmark. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 4. und 5. Mai 2026 angesetzt.
ver.di erklärte, weiterhin gesprächsbereit zu sein, sieht die Verantwortung für die Eskalation jedoch bei der Arbeitgeberseite. Fahrgäste müssen sich in der kommenden Woche auf Einschränkungen im Nahverkehr einstellen.