Nach anderthalb Jahrzehnten intensiver und erfolgreicher Zusammenarbeit endet zum 30. September 2024 das Direktorat von Dr. Clemens Birnbaum an der Spitze der Stiftung Händel-Haus. Auch seine Funktion als Intendant der Händel-Festspiele Halle legt er nieder. Damit geht eine Ära zu Ende, die das musikalische Erbe Georg Friedrich Händels auf vielfältige Weise neu zum Leuchten brachte.
Birnbaum hatte das Amt seit 2009 inne und kehrte Anfang 2024 nach längerer krankheitsbedingter Auszeit wieder in seine Funktionen zurück. In den darauffolgenden Monaten offenbarten sich allerdings unterschiedliche Vorstellungen zwischen ihm und dem Kuratorium der Stiftung hinsichtlich der zukünftigen inhaltlichen und strukturellen Ausrichtung. Insbesondere bei der Frage, wie sich das Händel-Haus angesichts gesellschaftlicher und kulturpolitischer Herausforderungen weiterentwickeln soll, blieben die Positionen unvereinbar.
Beide Seiten einigten sich daher einvernehmlich darauf, die Zusammenarbeit vorzeitig zum 30. September 2024 zu beenden. Grundlage bildete das Struktur- und Entwicklungskonzept „Händel-Cluster“, das Clemens Birnbaum selbst entworfen und das Kuratorium im Jahr 2021 beschlossen hatte. Dieses Konzept soll nun in Teilen neu justiert werden, um aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.
Trotz des Abschieds unterstreicht das Kuratorium ausdrücklich Birnbaums große Verdienste: Unter seiner Leitung wurden die Händel-Festspiele zu einem internationalen Aushängeschild der Musikstadt Halle – gekrönt von der Nominierung in der Shortlist der International Opera Awards 2023. Auch neue Veranstaltungsformate wie Barock Lounges, interkulturelle Projekte und museumspädagogische Angebote wurden unter seiner Ägide erfolgreich etabliert. Hinzu kamen bedeutende finanzielle Erfolge, darunter die Sicherung der Bundesförderung für die Festspiele und die erstmalige Einwerbung von EFRE-Mitteln für ein Bauprojekt.
Auch im musealen Bereich setzte Birnbaum Akzente: Mit bedeutenden Neuerwerbungen, erfolgreicher Drittmittelakquise und dem neuen Ausstellungsbereich im umgebauten Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus wurde das Profil der Stiftung nachhaltig geschärft.
Die Stiftung Händel-Haus spricht Clemens Birnbaum ihren herzlichen Dank aus und wünscht ihm für seine weitere berufliche Laufbahn alles Gute.
Originale Erklärung der Stiftung Händel-Haus
Nach 15 erfolgreichen Jahren endete zum 30.09.2024 das Direktorat von Clemens Birnbaum der Stiftung Händel-Haus sowie seine Intendanz der Händel-Festspiele. Anfang des Jahres 2024 war er nach längerer krankheitsbedingter Auszeit ins Berufsleben zurückgekehrt. In der Folgezeit zeigte sich, dass zwischen dem Direktor und dem Kuratorium der Stiftung hinsichtlich notwendiger struktureller und inhaltlicher Weiterentwicklungen unterschiedliche Auffassungen bestanden. Diese Differenzen betrafen insbesondere die zukünftige Ausrichtung der Stiftung im Hinblick auf neue gesellschaftliche und kulturpolitische Herausforderungen.
Einig war man sich, dass das noch von Clemens Birnbaum verfasste und vom Kuratorium 2021 beschlossene Struktur- und Entwicklungskonzept unter dem Titel „Händel-Cluster“ einige Neujustierungen benötigt. Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam beschlossen, das Direktorat mit Wirkung zum 30.09.2024 vorzeitig zu beenden.
Diese Entscheidung schmälert in keiner Weise die Verdienste von Clemens Birnbaum. Im Gegenteil, das Kuratorium würdigt ausdrücklich die vielen, erfolgreich etablierten, neuen Veranstaltungsformate wie das offene museumspädagogische Angebot, die Barock Lounges, die Poetry Slams, die interkulturellen Veranstaltungen sowie die gelungene Akquise von Fördermitteln, z. B. die Verstetigung der Festspielförderung durch den Bund oder die erstmalige Einwerbung von EFRE-Mitteln der EU für ein Bauprojekt.
Nicht zuletzt spiegelt sich der Erfolg der Arbeit von Clemens Birnbaum auch in den deutlich gestiegenen Besucherzahlen der Händel-Festspiele wider, die unter seiner Ägide in der Shortlist der International Opera Awards als bestes Festival des Jahres 2023 nominiert wurden. Auch im Museumsbereich gelang es Clemens Birnbaum, mit bedeutenden Neuerwerbungen und Akquise von Drittmitteln die Sammlungen weiter zu profilieren. Nicht zuletzt entstand unter seinem Direktorat ein neuer, musealer Ausstellungsbereich in dem eigens hierfür umgebauten Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus.
Die Stiftung Händel-Haus dankt Clemens Birnbaum herzlich für sein Wirken und seine langjährige Leitung und wünscht ihm für seinen weiteren beruflichen Weg alles Gute.