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Start für den Campus Halle-Neustadt: Hochhaus-Rückbau hat begonnen

Mit dem Beginn des Rückbaus eines ehemaligen Studentenwohnheims an der Richard-Paulick-Straße ist in Halle (Saale) ein sichtbarer Auftakt für eines der bedeutenden Bildungsprojekte der kommenden Jahre gemacht. Wo einst ein Hochhaus den Stadtteil prägte, soll künftig der „Campus Halle-Neustadt“ entstehen – ein Ort, der Bildung, Handwerk und Zukunftsideen unter einem Dach vereint.

Seit wenigen Tagen laufen die Arbeiten im Inneren des Gebäudes sowie im Dachbereich. Parallel werden an der Fassade asbesthaltige Fugen fachgerecht entfernt und entsorgt. Bis Ende April soll das Dach vollständig demontiert sein, bevor anschließend der schrittweise Rückbau der einzelnen Etagen beginnt. Der Abschluss der Arbeiten ist derzeit für August 2026 vorgesehen – abhängig von den Erfahrungen in den ersten Bauabschnitten.

Dass der Rückbau später als ursprünglich geplant startet, hat einen gewichtigen Grund: Im Gebäudeinneren mussten umfangreiche Schadstoffsanierungen durchgeführt werden. Neben asbestbelasteten Bauteilen stellten auch alte Fußbodenaufbauten, große Mengen Taubenkot sowie weitere belastete Materialien eine Herausforderung dar. Immer wieder traten im Verlauf der Arbeiten zusätzliche Funde zutage, die Anpassungen im Bauablauf notwendig machten – ein Bild, das nicht selten ist bei Bauwerken aus vergangenen Jahrzehnten.

Trotz dieser Hürden wächst die Vision eines neuen Zentrums für junge Menschen weiter. Der geplante Campus an der Kastanienallee soll weit mehr sein als ein Schulgebäude: Ein offenes Bildungsareal, das Theorie und Praxis verbindet. Herzstück wird ein Campushaus sein, in dem Werkstätten für Holz, Metall oder Fahrradtechnik ebenso Platz finden wie Laborräume, ein Schülerforschungszentrum und Räume für gemeinsames Lernen und kreative Projekte. Ein sogenannter „Maker Space“ soll dabei besonders Raum für praktisches Erproben und eigenständiges Gestalten bieten.

Mit einem Investitionsvolumen von rund 14,7 Millionen Euro – größtenteils gefördert durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt sowie Mittel der Europäischen Union und des Landes – gehört das Vorhaben zu den größeren Bildungsinvestitionen der Stadt. Die Fertigstellung ist für Mitte 2028 vorgesehen.

So weicht ein Relikt vergangener Wohnkultur Stück für Stück einer neuen Idee: einem Ort, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern Zukunft formt – leise begonnen mit dem Abtragen alter Wände, doch getragen von der Hoffnung auf das, was kommen soll.

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