Angesichts stark gestiegener Energiepreise hat Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann den Bund zu raschem Handeln aufgefordert. Anlass ist eine Sondersitzung der Energieministerinnen und -minister der Länder in Berlin.
Willingmann verwies auf die aktuell hohe Belastung für Privathaushalte und Unternehmen. Hintergrund seien unter anderem internationale Krisen, die zu deutlichen Preissteigerungen bei Öl und Gas geführt haben. Vor allem die stark gestiegenen Kraftstoffpreise an den Tankstellen sorgten für zusätzlichen Druck.
Der Minister forderte deshalb kurzfristige und spürbare Entlastungsmaßnahmen. Dazu zählt aus seiner Sicht eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Ergänzend brachte er einen zeitlich befristeten Preisdeckel ins Gespräch, um sicherzustellen, dass Entlastungen auch tatsächlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen.
Weitere mögliche Instrumente seien eine Energiepreispauschale als Einmalzahlung an Haushalte sowie eine generelle Senkung der Stromsteuer. Entscheidend sei nicht die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen, sondern deren schnelle Umsetzung.
Zugleich sprach sich Willingmann für die Einführung einer sogenannten Übergewinnsteuer aus. Hintergrund seien die hohen Gewinne von Mineralölkonzernen seit Beginn der Energiekrise. Diese Unternehmen sollten aus seiner Sicht stärker an der Finanzierung von Entlastungen beteiligt werden.
Die Bundesregierung habe die notwendigen Instrumente zur Verfügung, so Willingmann. Nun komme es darauf an, diese zügig einzusetzen, um die finanziellen Belastungen für Bevölkerung und Wirtschaft zu reduzieren.
3 comments on “Spritpreise: Willingmann (SPD) fordert Entlastung für Verbraucher und von Mineralölkonzernen Übergewinnsteuer”
Die Forderung nach Steuererleichterungen ist zu begrüßen. Die Stimme aus der Provinz wurde in Berlin nicht gehört.
Tankpreisdeckel, hört sich gut an, wie soll er wirken? Beispiel: In normalen Zeiten haben Aral und Shell bei einem Benzinpreis von 2€ gerade mal 1 Cent Gewinn. Steigt der Preis um 5ct bei Lieferung frei Tankstelle, wer soll den Verlust tragen?
Zusammenfassend viel Gefühl – wenig Substanz. Greenpeace bestellt Propaganda, Politikwissenschaftler analysieren falsch, die Politiker plappern nach, die Juristen im Ministeramt fühlen, der brave Untertan glaubt jeden Unsinn, den ihnen die Obrigkeit einflüstert.
B2B log: “ In normalen Zeiten haben Aral und Shell bei einem Benzinpreis von 2€ gerade mal 1 Cent Gewinn“
Tatsache ist:
Zusammensetzung: Die Spanne zwischen dem Einkaufspreis (Rohöl) und dem Verkaufspreis (Sprit an der Zapfsäule) hat sich laut Kartellamt deutlich vergrößert.
Differenz: Von einem Liter Super (ca. 1,94 Euro, Stand März 2026) verbleiben nach Abzug von Steuern (ca. 65,4 Cent Energiesteuer, CO2-Preis, MwSt.) und Rohölkosten ca. 14,3 Cent für Kosten und Gewinn der Anbieter (Raffinerie, Transport, Vertrieb).
Die Spanne zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis ist der Rohertrag (Deckungsbeitrag I) nicht der Gewinn. Betriebswirtschaft ist Teufelszeug!