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SPD Halle bedauert Austritt von Klaus-Dieter Weißenborn

Der Austritt von Klaus-Dieter Weißenborn aus der SPD hat in Halle (Saale) für nachdenkliche Töne gesorgt. Mit ihm verlässt ein Mann die Partei, der über viele Jahre hinweg das politische Leben der Stadt und des Landes Sachsen-Anhalt mitgeprägt hat. Der Vorsitzende der SPD Halle, Peter Dehn, spricht offen von einem Verlust – nicht nur für die Partei, sondern für die demokratische Kultur insgesamt.

Weißenborn habe, so Dehn, stets den unbequemen Weg gesucht, wenn es um Gerechtigkeit ging. Besonders sein jahrzehntelanges Engagement für eine faire Vereinheitlichung der Rentensysteme von Ost und West habe Spuren hinterlassen. Der Streit um nicht anerkannte Rentenansprüche bestimmter Berufsgruppen aus DDR-Zeiten sei nie nur eine juristische Frage gewesen. Vielmehr habe er exemplarisch gezeigt, wie schnell sich Menschen, deren Lebensleistung nicht anerkannt wird, aus dem politischen Gemeinwesen gedrängt fühlen können.

Die schließlich eingeführte Härtefallregelung bewertet Dehn rückblickend kritisch. Nach Jahren des Wartens sei sie von vielen Betroffenen nicht als Lösung, sondern als Kränkung empfunden worden. Hier sei eine Chance vertan worden – auch im Hinblick auf das fragile Gefüge gegenseitiger Wertschätzung zwischen Ost und West, das bis heute Pflege und Sensibilität erfordere.

Gleichzeitig grenzt sich der SPD-Vorsitzende von Teilen der Kritik ab, die Weißenborn in seinem Austrittsschreiben formuliert. Nicht alle Vorwürfe könne er teilen, betont Dehn. Wohl aber könne er die über Jahre gewachsene Frustration nachvollziehen. Dass diese Enttäuschung nun vor allem die SPD Halle treffe, während die politischen Entscheidungen andernorts getroffen worden seien, empfindet Dehn als besonders bitter.

So bleibt der Austritt Weißenborns ein leiser, aber schwerer Einschnitt: das Ende einer langen politischen Wegstrecke, getragen von Engagement, Streitlust und dem unbeirrbaren Glauben daran, dass Demokratie vom beharrlichen Einmischen lebt.

2 comments on “SPD Halle bedauert Austritt von Klaus-Dieter Weißenborn”

  1. “ Nicht alle Vorwürfe könne er teilen, betont Dehn.“ Welche könnten das sein?

  2. Das sind viele Seiten Papier. Die Arbeit, das medial zu verkaufen, muss er schon selber machen.

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