Halle setzt ein deutliches Zeichen für den Artsschutz: Ab dem 23. August 2025 dürfen Rasenmähroboter in der Stadt nur noch zwischen 8 und 18 Uhr betrieben werden. Eine entsprechende Allgemeinverfügung der Stadtverwaltung, die am Vortag im Amtsblatt veröffentlicht wird, soll vor allem Igeln und anderen Kleintieren zugutekommen.
Die SPD-Fraktion hatte bereits im Frühjahr mit einem Antrag angeregt, die Geräte in den nächtlichen Stunden zu verbieten. Damals wie heute stand der Schutz nachtaktiver Wildtiere im Mittelpunkt. „Die Verwaltung greift unseren Vorschlag auf und schafft eine einheitliche, stadtweite Regelung“, erklärte Fraktionsvorsitzender Eric Eigendorf. Man wolle keinen generellen Bann, sondern einen klaren Zeitrahmen, der sowohl Artenschutz als auch Gartenpflege ermögliche.
Der Hintergrund: Igel laufen bei Gefahr nicht davon, sondern rollen sich zusammen – ein Verhalten, das sie gegenüber den rotierenden Messern der Mähroboter schutzlos macht. Viele Modelle erkennen die kleinen Tiere, insbesondere Jungigel, nicht zuverlässig. „Die nächtliche Ruhephase ist für die Tiere überlebenswichtig“, betonte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Burkert. Sie hatte sich gemeinsam mit der Grünen-Politikerin Dr. Kreutzfeldt in der Igel-Auffangstation des städtischen Zoos ein Bild von den Verletzungsgefahren gemacht.
Neben dem neuen Verbot appelliert die Stadt auch an Umsicht bei der Nutzung am Tag: Vor dem Start sollten Rasenflächen kontrolliert und Geräte höher eingestellt werden, um im Gras oder unter Sträuchern ruhende Tiere zu schützen.
Mit dem Beschluss folgt Halle einem wachsenden Trend: Bundesweit mehren sich Initiativen, die unkontrollierten Betrieb von Mährobotern einzuschränken – zugunsten jener stacheligen Mitbewohner, die den städtischen Gärten seit jeher als nützliche Schädlingsvertilger dienen. (Vgl: Nachts Pause für Rasenmähroboter – Halle schützt seine Igel).
One comment on “SPD-Fraktion begrüßt Nachtpause für Mähroboter – Halle schützt Igel und Kleintiere”
Ich finde, es passt zum Profil der SPD, dass sie nicht nur die Interessen der großen und hohen Tiere vertritt.