Magdeburg. Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt zeigt sich im Juli 2025 angeschlagen: Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber dem Vormonat um 2.500 gestiegen und liegt nun bei 89.900. Die Arbeitslosenquote kletterte damit auf 8,1 Prozent – ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind Jugendliche, die nach Schul- oder Ausbildungsende in die Übergangsphase eintreten.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist überwiegend saisonbedingt“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Doch zugleich mahnte er: „Die wachsende Zahl der Langzeitarbeitslosen zeigt strukturelle Schwächen.“ Mit rund 34.100 Menschen lag deren Zahl deutlich über dem Vorjahreswert.
Weniger Stellen, schwache Konjunktur
Auch auf dem Stellenmarkt setzt sich die Flaute fort: Nur 3.100 neue Stellen wurden im Juli gemeldet – 200 weniger als im Vorjahr. Insgesamt waren bei den Arbeitsagenturen 18.600 Stellenangebote gelistet. Rückgänge zeigten sich besonders in Industrie und Dienstleistungen.
Gleichzeitig sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Im Mai waren noch 790.100 Menschen in Lohn und Brot – 5.600 weniger als vor einem Jahr. Kurzarbeit ist ebenfalls auf dem Vormarsch: Für 800 Beschäftigte gingen 20 Anzeigen ein, vor allem aus der Metall- und Maschinenbaubranche.
Jugendliche in der Warteschleife
Auf dem Ausbildungsmarkt waren im Juli noch 2.600 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Gleichzeitig blieben 4.100 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt. „Für viele Jugendliche wird sich die Lage mit dem Start des Ausbildungsjahres entspannen“, sagte Behrens. Doch um die strukturellen Probleme zu lösen, brauche es „klare konjunkturelle Impulse“.
Unterbeschäftigung weiterhin hoch
Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung stieg auf 111.800. Das entspricht einer Quote von 9,9 Prozent. Besonders belastend bleibt die Situation für Menschen mit längerer Arbeitslosigkeit: Fast 38 Prozent aller Arbeitslosen gelten als langzeitarbeitslos – ein weiterer Hinweis auf die anhaltend schwache Aufnahmefähigkeit des Marktes.
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