Mit scharfen Worten hat die CDU-Ratsfraktion wegen des SKV-Sakndals den Rücktritt Bodo Meerheims gefordert. Nun tritt Marianne Böttcher, Vorsitzende des LINKEn-Stadtverbandes, zurück, und zwar verbal. Im Namen ihrer Partei ließ sie gerade folgende Erklärung verbreiten:
„Mit großer Empörung nimmt die LINKE die Rücktrittsforderung
der CDU gegenüber Dr. Bodo Meerheim zur Kenntnis.
Nicht das Insolvenzverfahren der SkV KiTa gGmbH ist ein
Tiefpunkt in der Kommunalpolitik, sondern die Erklärung der CDU.
Steht doch in ihr geschrieben, dass sich die CDU für die Rettung
des SkV ausspricht, wenn Bodo Meerheim seine politischen Ämter
niederlegt. Diese Form der Erpressung ist einmalig. Der unfassbare
Versuch, die wirtschaftliche Situation eines hoch anerkannten
Trägers für die Kinderbetreuung auszunutzen, um sich kurzfristig
eines politischen Konkurenten zu entledigen, ist aufs schärfste
zurückzuweisen.
Dass die CDU in einem Finanzausschussvorsitzenden Meerheim gar
eine Gefahr für die städtischen Finanzen sieht, ist der Gipfel der
Verlogenheit. Hat sie doch sämtliche Haushaltskompromisse der
letzten Jahre – die ohne Bodo Meerheim nie zu Stande gekommen wären
– mitgetragen.
Zudem ist die Unterstellung des „Filzes“ eine Kampfansage an
jeden politisch und gesellschaftlich Engagierten in unserer Stadt –
es sei denn er ist in der CDU. Niemand würde beispielsweise dem
Stadtrat Sänger vorwerfen, dass er sich für einen Fußballverein
engagiert, dessen Hauptsponsor eine städtische Wohnungsgesellschaft
ist, deren langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender er gleichzeitig
war. Eine Argumentation auf diesem Niveau bedient nur die
demokratiefeindliche Debatte um eine angebliche Vereinsmafia. Zum
Vorwurf selbst ist festzuhalten, dass das Sponsoring von SV Union
Halle-Neustadt durch die GWG bereits aus der Wendezeit und einer
gemeinsamen Geschichte davor herrührt. Bodo Meerheim ist erst seit
2001 Präsident von Union. Wer wie die CDU so brachial mit Dreck
wirft will wohl eher von eigenen Problemen ablenken.
Diese Forderung von einem blassen Bundestagskandidaten, der mit
seinen Anträgen im Stadtrat den Beinamen „Vergnügungspolitischer
Sprecher“ hat und von einem profilierungssüchtigen
Kreisvorsitzenden, der es als Bildungsminister nicht mal schafft,
die halleschen Schulen mit Lehrern zu versorgen und den
Förderschulen die pädagogischen Mitarbeiter nimmt ist
unglaubwürdig.
DIE LINKE steht sowohl als Fraktion als auch als Partei hinter
Bodo Meerheim und stärkt ihm den Rücken. Meerheim hat sich aus
allen Abstimmungen zum SkV rausgehalten. Ein Rücktritt würde also
keine Veränderung herbeiführen. Der Stadtrat ist aufgefordert,
unabhängig von persönlichen Animositäten oder Zuneigungen, die
beste Lösung für die Stadt zu finden und dabei das fachliche Wirken
des SkV zu berücksichtigen“
6 comments on “SKV – Pleite vergiftet Klima zwischen den Ratsfraktionen”
Btw: Die Pressemitteilung ist vom 23. Oktober 2016.
In der HDGZ wird das heute aucht thematisiert.Die arbeiten immernoch nach der lehmannschen Verfügung!
Natürlich ist die Linke schockiert, Was fällt den elendigen Kapitalisten ein, diesen Pleitebetrieb nicht zu retten!
Das sinkende Diskussionsniveau in diesem Forum hat leider dazu geführt, dass sich kaum noch jemand aus der Stadtpolitik hier zu Wort melden will. Nix Idee, der Name ist Programm.
@Thomas Schied
Jeder sachliche Beitrag aus der Stadtpolitik könnte das Niveau sicherlich heben.
@nix idee Natürlich ist die Linke schockiert, Was fällt den elendigen Kapitalisten ein, diesen Pleitebetrieb nicht zu retten!
Stimmt. Würde er der AWO oder der Caritas gehören, wäre er längst gerettet!