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Sinti-Mausoleum in Osendorf wird feierlich eingeweiht

In Osendorf wird am Sonntag, 23. August 2026, das sanierte Mausoleum von Josef Weinlich feierlich eingeweiht. Die Veranstaltung findet von 14 bis 16 Uhr statt. Mit der Sanierung wollen Stadt und Zivilgesellschaft an die Geschichte und Kultur der Sinti und Roma erinnern, die während der nationalsozialistischen Diktatur fast vollständig aus Halle verschwanden.

Zu der Einweihung werden Nachfahren Josef Weinlichs sowie Vertreter der nationalen Minderheit der Sinti und Roma erwartet. Für die Nachfahren spricht Henk van Iterson, Ur-Urenkel Weinlichs. Die Minderheit wird durch Romani Rose, den Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, vertreten. Auch Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt und Bildungsminister Jan Riedel nehmen an der Veranstaltung teil. Für die Zivilgesellschaft spricht Michael Viebig, Leiter der Gedenkstätte Roter Ochse.

Eine besondere Rolle übernehmen Schülerinnen und Schüler des Elisabeth-Gymnasiums. Sie berichten über ihre Arbeit, das historische Denkmal für die Erinnerungsarbeit in der Schule und in der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Das Mausoleum wurde 1915 für die Bestattung Josef Weinlichs errichtet. Der eingeschossige Ziegelbau mit Satteldach war zuletzt stark beschädigt und drohte einzustürzen. Die Sanierung umfasste unter anderem die Sicherung der Gründung, die Instandsetzung des Mauerwerks und der Tonnendecke sowie den Austausch der Holzkonstruktion. Auch das Dach wurde unter Verwendung vorhandenen Materials erneuert und die fehlende Türanlage originalgetreu rekonstruiert.

Für die Rekonstruktion waren rund 350.000 Euro veranschlagt. Finanziert wurde sie unter anderem aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes, mit 35.000 Euro Eigenmitteln der Stadt sowie 157.000 Euro Fördermitteln des Landes Sachsen-Anhalt.

Musikalisch begleitet die Sinti Jazz Connection die Einweihung. Die Gruppe steht für den Sinti-Swing, der insbesondere mit dem Gitarristen Django Reinhardt verbunden ist und in den 1930er-Jahren eine eigenständige europäische Spielart des Jazz entwickelte.

Weitere Informationen zur Geschichte des Mausoleums, zur Sanierung und zur Arbeit der Schülerinnen und Schüler gibt es auf der von ihnen mitgestalteten Internetseite mausoleum-osendorf.de.

Quelle: Stadt Halle (Saale), Mitteilung zur Einweihung des Mausoleums Josef Weinlich.

Bild: Giebelmedaillon mit den Insignien des hier bestatteten Josef Weinlich. Zustand vor der Restaurierung. Sehr schöne Bilder, die die Restaurierung bis heute dokumentieren, finden sich auf den Seiten der Schüler des Elisabeth-Gymnasiums: mausoleum-osendorf.de.

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