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Schon wieder zu trocken: Umweltminister mahnt zum Umdenken im Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser

Sachsen-Anhalt bereitet neues Wassergesetz vor – Investitionen in Rückhalt und Vorsorge gegen Klimafolgen geplant

Magdeburg – Am heutigen internationalen Tag der Umwelt richtet Sachsen-Anhalts Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann einen eindringlichen Appell an Bevölkerung und Politik: Der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser dürfe angesichts des fortschreitenden Klimawandels nicht länger aufgeschoben werden. In einer Phase zunehmender Wetterextreme, zwischen Dürre und Starkregen, brauche es ein Umdenken – und vor allem ein modernes Wassermanagement.

„Wasser wird zu einem knappen Gut, das wir in Zukunft noch stärker schützen und intelligent bewirtschaften müssen“, sagte Willingmann. „Ich appelliere an den Landtag, das neue Wassergesetz zeitnah zu verabschieden und damit den Weg frei zu machen für dringend notwendige Investitionen.“ Das Gesetz sei ein entscheidender Schritt, um Sachsen-Anhalt auf längere Trockenzeiten und intensivere Niederschlagsereignisse vorzubereiten.

Laut Deutschem Wetterdienst war das Frühjahr 2025 in Sachsen-Anhalt rund 1,7 Grad Celsius wärmer als im langjährigen Mittel – zugleich fielen nur etwa zwei Drittel des üblichen Niederschlags. Besonders der März und die erste Aprilhälfte blieben weitgehend trocken. Die Folge: Sinkende Grundwasserstände und zunehmender Trockenstress für Kulturpflanzen.

Willingmanns Konzept sieht einen Paradigmenwechsel vor: Weg vom schnellen Abfluss – hin zum gezielten Wasserrückhalt in der Fläche. An kleineren Gewässern sollen Stauanlagen ertüchtigt, neue Rückhalteräume geschaffen und Fließgewässer naturnah umgestaltet werden. Auch die Reaktivierung von Auenlandschaften an Elbe und Saale ist vorgesehen. Ziel ist es, Wasser bei Starkregen schadlos aufzunehmen – und bei Trockenheit verfügbar zu halten.

Der Umweltausschuss des Landtags hat dem Gesetzentwurf bereits zugestimmt. Die Verabschiedung nach der Sommerpause gilt als wahrscheinlich. Rund 68,8 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in wasserwirtschaftliche Maßnahmen investiert werden. Zuständig sind landesweit 28 Unterhaltungsverbände. Erste Fördermittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro wurden bereits im vergangenen Jahr bewilligt. Um die Finanzierung langfristig zu sichern, setzt das Ministerium auch auf das Sondervermögen „Infrastruktur“ des Bundes.

„Wir wollen unser Land widerstandsfähiger machen – ökologisch, wirtschaftlich und sozial“, erklärte Willingmann. „Dazu brauchen wir verlässliche Strukturen und eine solide Finanzierung.“

Die Erinnerung an die Dürrejahre 2018 bis 2023 ist in Sachsen-Anhalt noch wach. Auf die Trockenzeit folgte im Winter 2023/24 ein entgegengesetztes Extrem mit Starkregen und Hochwasser. Nun droht erneut ein niederschlagsarmes Jahr – die Pegel sinken bereits wieder. Der internationale Tag der Umwelt, an dem sich rund 150 Staaten beteiligen, steht daher in diesem Jahr unter dem besonders passenden Motto: „Unser Wasser wertschützen“.


2 comments on “Schon wieder zu trocken: Umweltminister mahnt zum Umdenken im Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser”

  1. Juristen sollten hin und wieder das Büro verlassen und die Natur fragen. Wann hat der Theoretiker das letzte Mal ein Roggenfeld gesehen?
    Dor nich för.

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