
Schnecken erfreuen sich nicht großer Beliebtheit. Als schleimige, eklige, fußlos kriechende Vielfraße werden sie von vielen Menschen unterschiedslos „zur Schnecke“ gemacht. Vergiften, Ersäufen, Erschlagen oder Essen sind gängige Methoden, sie loszuwerden. Schnecken sind jedoch wichtige Glieder in unseren Ökosystemen und unentbehrlich für einen ausgewogenen Naturhaushalt. Sie haben viele Methoden der Nahrungsbeschaffung und Ernährung entwickelt. Einige Arten nutzen die vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft sehr effizient und konkurrieren mit uns Menschen um Nahrungsressourcen. Doch keineswegs alle Landschnecken sind Pflanzenfresser und selbst von den Vegetariern sind nicht alle wirklich schädlich. Allgemein bekannt und gefürchtet sind natürlich die Auswirkungen pflanzenfressender Nacktschnecken, besonders der Spanischen Wegschnecke und der Gartenwegschnecke sowie der Ackerschnecke in unseren heimischen Gärten.

Den meisten Schaden richtet die Spanische Wegschnecke an. Die eingeschleppte Nacktschnecke wird wegen ihrer exorbitanten Schleimabgabe von möglichen Fressfeinden gemieden. Mittlerweile kennt man die Nahrungsvorlieben von Schnecken recht gut. So ist es keineswegs so, dass die gartenlebenden Schnecken vordringlich die frischesten Pflanzenteile verputzen, sondern oftmals leichter verdauliche welke Pflanzenteile vorziehen. Die einheimische Weinbergschnecke macht das z.B. so. Weitere Schneckenarten fressen zerfallendes Holz und altes Laub. Sie verfügen über symbiontische Bakterien, die es ihnen ermöglichen, Zellulose aufzuschließen.
Aasfresser
Verschiedene landlebende Schneckenarten fressen auch gelegentlich Aas, Eier anderer Schnecken oder tote Schnecken. Nacktschnecken helfen bei der Verwertung toten organischen Materials. Nacktschnecken kann man daher auch im Komposthaufen finden. Die Übergänge vom Aasfresser zum Räuber sind fließend. Die Aasfresser jagen und fressen durchaus auch andere Schnecken, z.B. die Spanische Wegschnecke.
Fleischfresser
Es gibt auch Schnecken, die sich fast ausschließlich von anderen Tieren ernähren. Sie fressen vorwiegend Regenwürmer, Insektenlarven und andere Schnecken bzw. deren Gelege. Über Raubschnecken weiß man allerdings wegen ihrer vorwiegend unterirdischen Lebensweise nur wenig. Zu den Nacktschnecken, die andere Schnecken fressen gehört zum Beispiel der Tigerschnegel und der Wurmschnegel. Diese natürlichen Feinde sollte man unbedingt schützen. Man hat jüngst beobachtet, dass Wegschnecken Weinbergschnecken überfallen, auffressen und in das leere Gehäuse ihre Eier ablegen.
Auch unter den einheimischen Gehäuseschnecken findet man zahlreiche räuberische Arten. Manche haben interessante Jagdmethoden entwickelt. Wenn die Raubschnecke nicht einfach durch die Mündung des Schneckenhauses ins Innere eindringen kann, um ihre Beute zu fressen, löst sie mit einer Säuredrüse im Fuß die Schalenwand der Beute auf, um diese anschließend bequem fressen zu können.
Bekämpfung
Es gibt leider kein probates biologisch verträgliches Mittel gegen die Nacktschnecken. Massenweise absammeln und vernichten ist angesagt. Leider findet man aber niemals alle und da wären auch noch die Eier, die versteckt die milden Winter überleben können und auf den richtigen Moment zum Schlüpfen warten. Die sollte man bereits im Herbst aufspüren.
Indische Laufenten, denen die Schnecken besonders zusagen, können die auftretenden Mengen von Nacktschnecken einigermaßen eindämmen. Ein Entenpaar pro 1.000 m2 braucht man. Die artgerechte Haltung ist aber aufwändig. Mancherorts kann man sie auch mieten für den Schneckeneinsatz. (Hier ein mdr-Beitrag über die Laufenten-Task Force: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjp25is_L_yAhWz_rsIHVrRC7YQtwJ6BAgDEAM&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DbfwPUH1Wm9Q&usg=AOvVaw1lRq3vqW9KamHvYwFNcS7l).
Bierfallen sind problematisch, da durch sie noch mehr Schnecken aus der weiteren Umgebung angelockt werden. Besser sind über Nacht ausgelegte Salatblätter. Die angelockten Schnecken verstecken sich darunter und können leicht abgesammelt werden.
Die Regulierung der Spanischen Wegschnecke könnte durch die Anwesenheit anderer Nacktschneckenarten erfolgen, die Wegschnecken fressen, besonders gern deren Gelege. Durch das Ausstreuen von giftigem Schneckenkorn im Garten werden aber gerade auch diese Helfer eliminiert.
Nicht alle Gartenpflanzen werden von den Nacktschnecken gefressen. Verschiedene Gewürz-, Gift- und Steingartenpflanzen meiden sie. Ebenso lassen sie u.a. Rote Beete, Tomaten und Spinat links liegen. Sie scheuen trockenen, krümeligen Boden. Das kann man bei der Gartenbepflanzung berücksichtigen. Ein Hochbeet erschwert den Schneckenbefall und erleichtert das Absammeln.
Bekämpfungsmaßnahmen sollten mit Augenmaß geschehen. Die Nacktschnecken sind so etwas wie eine Gesundheitspolizei, tragen zum Naturkreislauf bei.
(H.J.Ferenz)
6 comments on “Schnecken mit Schnecken bekämpfen”
Eine Mischung aus Sand und Salz (bei trockenen Wetter) schützt auch. Allerdings vor allen Schneclen5.
Nach der Anwendung von Schneckenkorn ist mir aufgefallen, dass die Überlebenden die Toten fressen und dann auch sterben.
Oh, oh- sehr rabiat! Und bei Regenwetter gehn die nicht raus, klaro, haben ja kein Haus und keinen Schirm.
hei-wus geschilderte Methode ist das, was wir so nötig brauchen: N a c h h a l t i g k e i t ! —> tote Tiere sammeln und weiter verkaufen!!—–> Erlös für den Tierschutz verwenden!!
Halle könnte viel weiter sein bei solchen bahnbrechenden Verfahren, ich sach’s ja immer!!
@Kenia: bei trockenem Wetter!!! Oder: wenn trockenes Wetter herrscht oder: wenn es trocken ist, es gibt so viele Möglichkeiten, den Dativ NICHT zu benutzen. 🙂
Denn der Dativ ist sehr gefährlich! Vgl. die Redewendung:
GENITIV ins Wasser, weil es DATIV ist! (Sonst muss die DLRG kommen!)
https://meinetipps.org/so-werdet-ihr-lastige-nacktschnecken-fur-immer-los/