Wenn der November die Dächer der Stadt mit seinem stillen Grau überzieht und die Lichter des bevorstehenden Weihnachtsmarktes zaghaft zu glimmen beginnen, dann rückt auch jene Verantwortung in den Vordergrund, die seit jeher jede festliche Zusammenkunft begleitet: die Pflicht, Menschen zu schützen. So lässt die Stadt Halle in diesen Tagen neue Schleusen an den drei Straßenbahnzufahrten zum Marktplatz errichten – ein Bollwerk der Vorsicht, das an die alten Stadttore erinnert, durch die einst Handel, Hoffnung und Gefahr gleichermaßen zogen.
In der Schmeerstraße, der Talamtstraße und den Kleinschmieden entstehen Anlagen, die den Straßenbahnverkehr passieren lassen, Kraftfahrzeuge jedoch sicher abweisen sollen. Schranken auf beiden Seiten der Schleusen mahnen, wie einst die hölzernen Riegel mittelalterlicher Stadteingänge, zur Achtsamkeit – denn ein Durchfahren ist streng untersagt und mit erheblicher Verletzungsgefahr verbunden.
Auch wer mit dem Rad unterwegs ist, muss sich den Gegebenheiten fügen: Absteigen, schieben, Rücksicht walten lassen – so verlangt es die Situation, wie es Generationen vor uns im Gedränge der Jahrmärkte taten.
Für den Lieferverkehr gilt seit jeher die Regel der frühen Stunden: Bis 10 Uhr müssen die Fahrzeuge den Marktplatz verlassen haben. Der Weg hinein führt über Rathausstraße, Gustav-Anlauf-Straße und Schülershof – ein vertrauter Rhythmus, der nun erneut bekräftigt wird.
Die Stadt bittet um Verständnis für diese Maßnahme, die – so unaufdringlich sie sich in das tägliche Treiben fügt – doch ein Ausdruck jener Fürsorge ist, die man sich in bewegten Zeiten nicht erst wünschen, sondern umsichtig gestalten muss.
Foto: 2024. Damals gab es keine Schleusen, hier musste die Polizei noch ihre Wagen als „Sperre“ verwenden
One comment on “Schleusen am Marktplatz: Stadt erhöht Sicherheit zum Weihnachtsmarkt”
Die Frage ist eigentlich nicht, wie wir unsere Weihnachtsmärkte schützen, sondern warum wir sie überhaupt schützen müssen.