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Scharfer Gegenwind für Wasserstoffpflicht – FDP und CDU kritisieren Willingmanns Vorstoß

Wie ein Echo aus alten Zeiten, da politische Eingriffe noch schwerer wogen als heutige, hallen die Stimmen der Opposition durch das Land: Der Vorschlag von Energieminister Armin Willingmann, große Industrieunternehmen zum Bezug von Wasserstoff zu verpflichten, stößt bei FDP und CDU auf entschiedene Ablehnung.

FDP-Fraktionschef Andreas Silbersack spricht von einem Schritt zurück in die Vergangenheit – „kein Fortschritt, sondern Staatswirtschaft“. Für ihn wäre eine Wasserstoffpflicht ein Fremdkörper im Marktgefüge der Industrie, zumal die Chemiebranche schon jetzt unter Regulierungen und wirtschaftlicher Unsicherheit leidet. In den Gesprächen mit Vertretern aus Leuna, so erinnert Silbersack, sei deutlich geworden, dass Wasserstoff aktuell für den breiten industriellen Einsatz noch nicht tauge. Freiheit, nicht Zwang, sei das Saatgut, aus dem Innovation wachse – in Laboren, Werkhallen, in geduldiger Aufbauarbeit.

Auch aus den Reihen der CDU weht ein ablehnender Wind. Ulrich Thomas, wirtschaftspolitischer Sprecher, nennt die Pflicht „völlig praxisfern“. Grüner Wasserstoff sei deutlich teurer als fossile Energien oder Strom aus erneuerbaren Quellen; die Elektrolyse verschlinge Energie, die Infrastruktur sei lückenhaft, Standards fehlten. Eine Verpflichtung der Unternehmen würde, so Thomas, nur die Kosten steigern und die Wirtschaft weiter belasten. Stattdessen fordert er, Wind- und Solaranlagen künftig mit Stromspeichern zu koppeln – ein Weg, der aus seiner Sicht näher an der Wirklichkeit und weiter entfernt von überhasteten Vorgaben liegt.

Gemeinsam zeichnen FDP und CDU das Bild einer Energiepolitik, die auf Belastbarkeit, Freiheit und technologische Reife setzt – und warnen davor, eine noch fragile Entwicklung durch verpflichtende Vorgaben zu überfordern.

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