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Sachsen-Anhalts Kommunen mit 339 Millionen Euro Defizit

Minus im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen – Investitionen gehen zurück

Halle (Saale). Sachsen-Anhalts Kommunen haben das erste Halbjahr 2026 mit einem Defizit von 339 Millionen Euro abgeschlossen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes standen von Januar bis Juni Einzahlungen von 4,628 Milliarden Euro Auszahlungen von 4,967 Milliarden Euro gegenüber. Im Vorjahreszeitraum hatte das Defizit 124 Millionen Euro betragen.

Die Einzahlungen gingen gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 156 Millionen Euro zurück, während die Auszahlungen um 58 Millionen Euro stiegen. Haupteinnahmequelle waren Zuwendungen, allgemeine Umlagen und Ausgleichsleistungen mit 2,473 Milliarden Euro. Das waren 5,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Steuereinnahmen stiegen insgesamt leicht um 0,9 Prozent auf 1,061 Milliarden Euro. Gleichzeitig gingen die Einnahmen aus Realsteuern um 24 Millionen Euro beziehungsweise 3,2 Prozent zurück. Bei der Gewerbesteuer nahmen die Gemeinden 594 Millionen Euro ein, 48 Millionen Euro beziehungsweise 7,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Defizit in allen kommunalen Gruppen

Alle kommunalen Gruppen wiesen im ersten Halbjahr ein Defizit aus. Bei den kreisfreien Städten verdoppelte sich das Minus auf 105 Millionen Euro. Die Landkreise wechselten von einem Überschuss von 102 Millionen Euro im Vorjahr zu einem Defizit von 57 Millionen Euro. Die kreisangehörigen Gemeinden einschließlich der Verbandsgemeinden verzeichneten ein Minus von 178 Millionen Euro.

Insgesamt schlossen 189 Kommunen beziehungsweise 76,5 Prozent das erste Halbjahr mit einem Defizit ab. Im Vorjahreszeitraum waren es 60,7 Prozent gewesen.

Bei der Grundsteuer zeigen sich deutliche Verschiebungen infolge der Neuregelung. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes führten die Neuberechnung der Grundsteuermessbeträge und verzögerte Bescheide im Jahr 2025 zu geringeren Zahlungseingängen. Im ersten Halbjahr 2026 kam es deshalb zu Nachholeffekten. Die Einnahmen aus der Grundsteuer A stiegen um 41,4 Prozent auf 15 Millionen Euro, die aus der Grundsteuer B um 17 Prozent auf 131 Millionen Euro.

Bei der Gewerbesteuer entwickelten sich die Einnahmen regional unterschiedlich. In Halle (Saale) stiegen sie um 23 Millionen Euro auf 68 Millionen Euro. In Lützen gab es einen Anstieg um 26 Millionen Euro auf 35 Millionen Euro. Magdeburg erzielte mit 85 Millionen Euro landesweit die höchsten Gewerbesteuereinnahmen. In 126 Gemeinden gingen die Einnahmen dagegen zurück.

Weniger Geld für Investitionen

Auch die kommunalen Investitionen gingen zurück. Die Investitionsquote sank von 9,2 auf 8,4 Prozent. Insgesamt wurden 358 Millionen Euro für Investitionen ausgezahlt, 27 Millionen Euro beziehungsweise 7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Die Ausgaben für Baumaßnahmen sanken um 5,3 Prozent auf 247 Millionen Euro.

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Gemeindefinanzen, Kassenstatistik 1. Januar bis 30. Juni 2026.

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