Sachsen-Anhalt will den Schienenpersonennahverkehr in den kommenden Jahren schrittweise von Diesel auf batterieelektrische Züge umstellen. Eine von der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Akkuzüge die wirtschaftlichste und klimafreundlichste Alternative zu Diesel- und Wasserstoffzügen darstellen.
Bei einer Testfahrt zwischen Merseburg und Braunsbedra wurde nun demonstriert, wie der Einsatz der sogenannten Battery Electric Multiple Units (BEMU) künftig aussehen könnte. Infrastruktur-Staatssekretär Sven Haller betonte, dass die Grundsatzentscheidungen getroffen seien und nun die Umsetzung vorbereitet werde. Dazu müssten zunächst die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden.
Akkuzüge laden ihre Batterien über elektrifizierte Streckenabschnitte oder spezielle Ladestationen auf. Mit einer Reichweite von derzeit bis zu 120 Kilometern können sie auch auf bislang nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden. Dafür sollen sogenannte Oberleitungsinseln entstehen, an denen die Fahrzeuge Energie aufnehmen können.
Als möglicher Einsatzbereich gilt unter anderem die S-Bahn-Linie S11 zwischen Halle und Querfurt. Dort könnte der bereits elektrifizierte Abschnitt zwischen Halle und Merseburg zum Laden der Batterien genutzt werden, während die Strecke nach Querfurt im Akkubetrieb befahren wird. Ob dies bereits vor dem nächsten Verkehrsvertrag im Jahr 2032 umgesetzt werden kann, wird derzeit geprüft.
Langfristig sieht das Land in der Elektrifizierung des Nahverkehrs einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Zugleich verspricht man sich geringere Energie- und Wartungskosten. Da die heutigen Dieselzüge erst seit wenigen Jahren im Einsatz sind, soll der Übergang schrittweise erfolgen.