Pünktlich zum Internationalen Tag des Bieres am 1. August vermeldet das Statistische Landesamt eine erfreuliche Entwicklung für die Brauwirtschaft in Sachsen-Anhalt: Im Jahr 2024 stieg der Bierabsatz im Land um bemerkenswerte 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr – so stark wie in keinem anderen Bundesland. Während der bundesweite Absatz leicht rückläufig war (–1,4 %), setzte Sachsen-Anhalt ein klares Wachstumssignal.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1 782 285 Hektoliter Bier in Sachsen-Anhalt abgesetzt. Das entspricht einem Anteil von 2,2 Prozent am gesamtdeutschen Absatzvolumen von 82,6 Millionen Hektolitern. Zum Vergleich: In Bayern wurden rund 23,8 Millionen Hektoliter (28,8 %) und in Nordrhein-Westfalen 20,8 Millionen Hektoliter (25,2 %) verkauft.
Der Großteil des sachsen-anhaltischen Bierabsatzes entfiel auf steuerpflichtiges Bier, das den Markt regulär erreichte – insgesamt 1 740 775 Hektoliter, was einem Zuwachs von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Daneben wurde eine kleine Menge steuerfrei abgegeben: 1 293 Hektoliter entfielen auf den sogenannten Haustrunk.
Was bedeutet Haustrunk?
Der Begriff Haustrunk hat im steuerrechtlichen Sinn eine besondere Bedeutung: Dabei handelt es sich um Bier, das Brauereibeschäftigten unentgeltlich überlassen wird. Diese Abgabe ist gesetzlich geregelt und gilt unter bestimmten Voraussetzungen als steuerfrei. Der Haustrunk ist ein althergebrachtes Privileg und Ausdruck einer tief verwurzelten Brauereikultur, das bis heute in vielen Betrieben gepflegt wird – insbesondere im mittelständisch geprägten Brauereiwesen.
Die Zahlen beruhen auf der Biersteuerstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben wird. Der erfreuliche Zuwachs in Sachsen-Anhalt deutet nicht nur auf eine stabile Nachfrage hin, sondern möglicherweise auch auf die gestiegene Attraktivität regionaler Biere – sowohl im Inland als auch im Export.