Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat beschlossen, die sogenannte Landarztquote für das Medizinstudium anzuheben. Bereits ab dem kommenden Wintersemester steigt sie von bislang 7,8 auf 8,8 Prozent. Dadurch können künftig 36 statt bisher 32 Bewerberinnen und Bewerber über diesen Weg einen Studienplatz in der Humanmedizin an den Universitäten in Halle und Magdeburg erhalten.
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, Jörg Böhme, begrüßte die Entscheidung. Die Landarztquote sei ein wichtiger Baustein, um auch künftig eine flächendeckende ambulante Versorgung sicherzustellen.
Die Quote richtet sich an angehende Medizinerinnen und Mediziner, die sich verpflichten, später mindestens zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region Sachsen-Anhalts tätig zu sein. Nach Angaben der KVSA gibt es weiterhin deutlich mehr Bewerbungen als verfügbare Studienplätze.
Böhme betonte, dass viele der Studierenden bewusst in Sachsen-Anhalt bleiben und dort Menschen hausärztlich versorgen wollten. Angesichts des Ärztemangels sei dies ein wichtiges Signal für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum.
Neu geregelt wurde zudem die organisatorische Zuständigkeit: Künftig soll die KVSA das gesamte Verfahren der Landarztquote übernehmen. Bislang war neben dem Auswahlverfahren auch das Landesgesundheitsministerium beteiligt.