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„Runde Tische“ für Partialinteressen

Christoph Bernstiel und Andreas Scholtyssek, beide Stadträte auf CDU-Ticket, hatten eine Idee: Einrichtung eines „Runden Tisches motorisierter Individualverkehr“. Das berichtete die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer halleschen Lokalausgabe.  Ein „Runder Tisch“ – begrifflich besetzt durch die Demokratiebewegungen aus der Wendezeit- zur Durchsetzung einseitiger Autofahrerinteressen?  Das konnte nicht ohne Widerspruch bleiben. Kurz darauf meldete sich die Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat  Halle (Saale), Anja Krimmling-Schoeffler in einer Pressemitteilung:

 „Die Einführung eines „Runden Tisches motorisierter Individualverkehr“ ist aus meiner Sicht nicht notwendig. In dieser Hinsicht stimmt unsere Fraktion auch mit dem zuständigen Beigeordneten für Stadtentwicklung und Umwelt Herrn Stäglin überein. Sinnvoller erscheint uns stattdessen die Einrichtung eines„Runden Tisches Mobilität“, bei dem alle Verkehrsteilnehmenden beteiligt wären, um in Zukunft gemeinsam und nicht gegeneinander zu agieren. Ebenfalls sollen die bereits vorhanden Gremien, wie die Ausschüsse für Stadtentwicklung und Planung, sowie der Stadtrat intensiver in die Diskussion einbezogen werden.

Unsere Fraktion setzt sich für die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ein. Unser Ziel ist eine Verkehrsinfrastruktur für Halle, die die Gestaltungsaspekte des Verkehrsraumes, die Umweltverträglichkeit und Fragen der Sicherheit berücksichtigt.Mobilität ist mehr als Verkehr. In Zukunft müssen die individuellen Ansprüche der Fortbewegung bedacht und nachhaltige Alternativen dafür bereitgestellt werden.

Dass der motorisierte Individualverkehr in Halle zu kurz kommt, kann ich nicht erkennen. Allein 100 Mio. EUR kostet der Bau der HES, die die Merseburger Straße vom motorisierten Verkehr entlasten soll. Auch bei Projekten des Stadtbahnprogrammes, wie dem Böllberger Weg, werden moderne und bedarfsgerechte Verkehrsanlagen für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer geschaffen.

Die Merseburger Straße soll nach unseren Vorstellungen eine attraktive Wohn- und Verkehrsallee werden. Dazu muss der Durchgangsverkehr über die dafür vorgesehene Haupterschließungsstraße (HES) geführt werden. Der motorisierte Verkehr sollte auf insgesamt zwei Streifen mit Abbiegespuren an den Kreuzungen verstetigt werden. Der durchgängige Alleencharakter ist zu erhalten. Weniger Lärm und Abgase werden die Wohn- und Aufenthaltsqualität erhöhen und damit die Wohnungsleerstände entlang der Straße beseitigen. Das ist eine nachhaltige Lösung, die auch auf die angrenzenden Quartiere ausstrahlen wird.

Im Übrigen wurden im Rahmen des neuen Verkehrsentwicklungsplanes (VEP 2025) zahlreiche Veranstaltungen, u.a. zum motorisierten Individual- und Wirtschaftsverkehr sowie zum Straßennetz in Halle durchgeführt. Neben Parteien, Verbänden und Lobbygruppen hatte auch die CDU die Möglichkeit ihre Vorstellungen in diesem demokratischen Prozess mit einzubringen. Unsere Fraktion wird sich für einen verbindlichen Beschluss der Grundsätze aus dem so entwickelten Verkehrsentwicklungsplan einsetzen.“

10 comments on “„Runde Tische“ für Partialinteressen”

  1. Populistisches Polit-Blablabla. Sprechblasen ohne Inhalt. Es wird allen Alles versprochen.

  2. Haupterschließungsstraße ist, wie der Name schon sagt, nur eine Gewerbeanbindung, keine notwendige Tangente. Hätte man mal richtig geplant, und durchgezogen, wäre diese Straße schon seit 10 jahren fertig. Ansonsten eben Wischiwaschi…

  3. @ farbspektrum
    „Populistisches Polit-Blablabla. Sprechblasen ohne Inhalt. Es wird allen Alles versprochen.“

    Muss hier nicht erst der Stadtrat zustimmen und dann kann gehandelt werden?

    Was Frau Anja Krimmling-Schoeffler angeht: „Die Merseburger Straße soll nach unseren Vorstellungen eine attraktive Wohn- und Verkehrsallee werden.“

    Eine Wohn- und Verkehrsallee ist wohl die Quadratur des Kreises bzw. die eierlegende Wollmilchsau. Was hier den Linken vorschwebt, ist wohl mehr als nur Utopie und kann nur in ortsfremden Gehirnen keimen und gedeihen.

    Und was bitte ist eine Verkehrsallee?

  4. Unter „Verkehrsallee“ stelle ich mir so etwas vor wie die B91 südlich der Einmündung Theodor-Neubauer-Straße.
    „Allein 100 Mio. EUR kostet der Bau der HES, “ Was bitte schön hat die Umgehungsstraße mit dem MIV der Hallenser zu tun?

  5. Eine „Verkehrsallee“ ist eine schlichte Tautologie, so etwas wie ein „Verkehrsweg“ mit Bäumen.

  6. So richtig erkennbar ist die zukünftige Funktion des Böllberger Weges nicht. Zufahrt zur Saalequerung oder nicht?
    Zur Zeit regiert überall die Kreisschablone, an allen möglichen und unmöglichen Stellen werden Bäume geplant, von daher ist der Hinweis auf den Alleencharakter der wichtigsten Straßen schon richtig!
    Wie die älter werdende Bevölkerung mit den durch Laub und Regen immer rutschiger werdenden Gehwegen klar kommen soll, spielt in der Gedankenwelt der Planer offensichtlich keine Rolle.

  7. Und „Radverkehr“ als Rundtisch ist keiner für Partialinteressen? Vielleicht meinen die aber auch nur was anderes und scheuen sich für klarer Ansage…

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