Für viele Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt beginnen mit der Zeugnisausgabe die Sommerferien. Doch nicht alle Menschen im Land können sich eine Urlaubsreise leisten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gaben im Jahr 2025 22 Prozent der Bevölkerung an, dass sie sich keine einwöchige Urlaubsreise finanzieren können. Das entspricht rund 463.000 Menschen.
Der Anteil liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit erklärten 21 Prozent der Bevölkerung, dass sie sich nach eigener Einschätzung keinen einwöchigen Urlaub leisten können.
Im Vergleich der ostdeutschen Flächenländer liegt Sachsen-Anhalt im Mittelfeld. In Sachsen beträgt der Anteil 17 Prozent, in Brandenburg 21 Prozent. Höhere Werte wurden in Mecklenburg-Vorpommern mit 23 Prozent und in Thüringen mit 26 Prozent ermittelt.
Die Zahlen stammen aus der europäischen Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), die als wichtigste amtliche Datenquelle für Informationen über Armutsgefährdung und soziale Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union gilt. Die Ergebnisse beruhen auf den Endergebnissen des Jahres 2025 und wurden auf Grundlage des Zensus 2022 hochgerechnet.
3 comments on “Rund 463.000 Menschen in Sachsen-Anhalt können sich keinen Urlaub leisten”
In den 1960er Jahren konnte sich nur ein Drittel der Bevölkerung einen Urlaub leisten. Geht das seit dieser Zeit erreichte Wohlstandsniveau etwas zurück, ist das kein Weltuntergang.
Die Entwicklungsländer holen nach und nach beim Wohlstand auf, Deutschland wird sich nach und nach auch nach unten angleichen.
ein Armutsbegriff richtet sich nach den Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe. Und in die 1960er Jahre möchte sicher auch niemand zurückgebombt werden.
Urlaub ist Teilhabe am Wohlstand. Weniger Wohlstand weniger Urlaub.
Nicht unbedingt 1960er, zurück in die 1990er Jahre ist ein mögliches Szenario, auch ohne Bomben. Da reicht ein Tsunami der Zinszahlungen, die der nächsten Generation aufgebürdet wird.