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Roman über die friedliche Revolution von 1989

Der Mitteldeutsche Verlag hat seine Erich-Loest-Werkausgabe mit dem Roman „Nikolaikirche“ fortgesetzt. Der Wenderoman, der erstmals 1995 erschien, dokumentiert das Schicksal der fiktiven Leipziger Mittelstandsfamilie Bacher, deren Mitglieder unterschiedliche politische Ansichten vertreten. Damit spiegelt der Roman mit realen Fakten den Riss in der Endphase der DDR-Gesellschaft wider.

Leipzig im Herbst 1989: Auf den Straßen wächst der Mut, in den Kirchen der Widerstand. Während die Staatsmacht noch versucht, Kontrolle zu wahren, spüren immer mehr Menschen, dass die Zeit der Angst vorbei ist. Durch die Leipziger Familie Bacher wird der Zusammenbruch eines Systems hautnah erfahrbar: Der verstorbene Vater war linientreuer Polizeigeneral, der Sohn Stasi-Offizier, die Tochter sucht in der Nähe der Nikolaikirche nach Wahrheit und Freiheit – der Riss, der die DDR bersten ließ, geht mitten durch eine Familie. Weit in die Vorgeschichte greift die Handlung, denn was im Herbst ’89 geschah, hat seine Wurzeln in den Jahrzehnten zuvor. Zu einem Zentrum geistigen Widerstandes werden die Montagsgebete und Fürbitten in der Nikolaikirche unter Pastor Ohlbaum.

Fazit: Roman über die friedliche Revolution von 1989.

Erich Loest: „Nikolaikirche“, Mitteldeutscher Verlag Halle 2026, 24,00 €, 412 S., ISBN 978-3-68948-107-0

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