Nach dem Testspiel des Halleschen FC in Kassel ist es auf der Rückfahrt zu schweren Ausschreitungen gekommen. Eine Gruppe von HFC-Anhängern hat am Montagabend in einer Regionalbahn der Linie Abellio randaliert und dabei massive Sachschäden verursacht. Sitze wurden herausgerissen, Monitore demoliert und Toiletten vorsätzlich verstopft. Die Bundespolizei schätzt den Schaden auf rund 25.000 Euro.
Wie ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag mitteilte, waren die Anhänger des Drittligisten trotz des als Geisterspiel deklarierten Tests nach Kassel gereist. Der HFC hatte das Spiel mit 3:1 gewonnen – doch der sportliche Erfolg wurde von den Geschehnissen auf der Heimfahrt überschattet.
Angst unter Fahrgästen – kein Sicherheitspersonal an Bord
Nach Angaben des Bahnunternehmens Abellio habe sich die Lage in der Regionalbahn für Mitreisende und Zugpersonal als „angsteinflößend und bedrückend“ dargestellt. Zwar sei niemand körperlich zu Schaden gekommen, doch das Fehlen von Sicherheitspersonal habe die Situation zusätzlich verschärft. Am Bahnhof in Halle erwartete die Polizei die betroffenen Fans bereits. Die Beamten nahmen die Personalien der mutmaßlichen Randalierer auf.
Zug in Werkstatt – Gespräche mit Verein angekündigt
Der beschädigte Zug wurde zur Reparatur in eine Werkstatt nach Sangerhausen gebracht. Abellio kündigte an, die Zusammenarbeit mit Behörden künftig weiter zu intensivieren und auch das Gespräch mit dem HFC zu suchen. Ziel sei es, Wege zu finden, derartigen Vorfällen künftig vorzubeugen. Ähnliche Bemühungen habe es bereits in der Vergangenheit gegeben, hieß es.
Hallescher FC distanziert sich deutlich
Der HFC selbst reagierte am Dienstag mit klaren Worten auf die Vorkommnisse. Man verurteile das Verhalten der Fans aufs Schärfste, hieß es in einer Mitteilung. Solche Aktionen stünden in keinerlei Zusammenhang mit den Werten des Vereins. Sollten die Verantwortlichen identifiziert werden, müssten sie mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.
Hintergrund: Gewalt im Zugverkehr nimmt zu
Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Übergriffen und Sachbeschädigungen in Zügen – oft im Zusammenhang mit Fußballspielen. Bahnmitarbeiter berichten regelmäßig von belastenden Situationen bis hin zu Bedrohungen. Der jüngste Vorfall dürfte die Debatte um Sicherheitsmaßnahmen im Regionalverkehr weiter befeuern.