Am kommenden Wochenende plant die AfD in Gießen die Neugründung ihres Jugendverbands, nachdem sich die Mutterpartei zuvor von der „Jungen Alternative“ getrennt hatte. Dies geschah im Kontext der Einstufung des Jugendverbands als rechtsextrem durch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Der geplante Schritt wird von vielen als Fortführung der bisherigen politischen Ausrichtung der AfD gesehen.
David Schliesing, Bundestagsabgeordneter der Fraktion Die Linke, äußerte sich kritisch zu der Neugründung: „Es handelt sich um eine Umstrukturierung, die die gleiche rechtsextreme Politik fortführt“, so Schliesing. Er betont, dass in der neuen AfD-Jugend weiterhin Netzwerke existierten, die für Hass, Hetze und Gewaltbereitschaft verantwortlich seien.
Gegner der Neugründung mobilisieren zu Protesten. Das Bündnis „widersetzen“ hat zu friedlichen Blockaden der Zufahrtsstraßen in Gießen aufgerufen, um den Kongress zu verhindern. Mehr als 200 Busse aus verschiedenen Teilen Deutschlands, darunter auch aus Magdeburg und Halle, werden erwartet. Interessierte können Fahrkarten über den Ticketshop des Bündnisses erwerben.
Schliesing erklärte seine Solidarität mit den Protestaktionen und betonte: „Ziviler Ungehorsam ist ein legitimes Mittel, um gegen Veranstaltungen und Ideologien vorzugehen, die gegen die Werte einer offenen Gesellschaft gerichtet sind.“ Er hoffe auf eine breite Beteiligung, auch aus Sachsen-Anhalt.
Die Proteste gegen die Neugründung des AfD-Jugendverbands werfen ein Schlaglicht auf die anhaltende Auseinandersetzung um den Einfluss rechtsextremer Strömungen in Deutschland und die Antworten der Zivilgesellschaft darauf.