Am sogenannten „Carfreitag“, dem traditionellen Saisonauftakt der Tuning-Szene am Freitag vor Ostern, wird die Landespolizei Sachsen-Anhalt auch in diesem Jahr verstärkt Kontrollen durchführen. Ein Schwerpunkt liegt dabei im Harz, insbesondere im Bereich der Rappbodetalsperre, des dortigen Tunnels sowie entlang der Landesstraße 96.
Die Polizei kündigt an, sowohl den technischen Zustand der Fahrzeuge als auch die Einhaltung verkehrsrechtlicher Vorschriften konsequent zu überprüfen. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeitskontrollen sowie Maßnahmen zur Überprüfung der Fahrtüchtigkeit der Fahrzeugführerinnen und -führer.
Nach Angaben des Innenministeriums richtet sich das Vorgehen nicht gegen Treffen von Autoenthusiasten an sich. Vielmehr stehe die Verkehrssicherheit im Mittelpunkt. Fahrzeuge mit unzulässigen Umbauten oder solche, die durch ihr Verhalten andere Verkehrsteilnehmende gefährden, sollen gezielt aus dem Verkehr gezogen werden.
Ein Blick auf das Vorjahr verdeutlicht den Kontrollbedarf: Im Rahmen der Maßnahmen zum „Carfreitag“ wurden 223 Fahrzeuge überprüft, von denen 75 beanstandet wurden.
Neben den Kontrollen setzt die Polizei auch auf Prävention und Aufklärung. So sind Beamtinnen und Beamte des Polizeireviers Harz am Samstag, 4. April 2026, beim „2. Harzer Ostertuning“ in Blankenburg präsent. Auf dem Parkplatz Hasenwinkel informieren sie gemeinsam mit Fachleuten über rechtliche Vorgaben und sicherheitsrelevante Aspekte des Fahrzeugtunings. Unterstützt wird die Aktion unter anderem durch technische Expertise, etwa durch Simulatoren, die die Auswirkungen eines Fahrzeugüberschlags erlebbar machen.
Im Hintergrund der Maßnahmen steht auch die Unterscheidung verschiedener Gruppen innerhalb der Szene. Während sich Tuning vor allem auf die individuelle Gestaltung von Fahrzeugen konzentriert, treten sogenannte Poser durch auffällige und oft riskante Fahrmanöver in Erscheinung. Raser hingegen überschreiten bewusst Geschwindigkeitsgrenzen oder nehmen an illegalen Rennen teil. Gerade in Bereichen wie Tunneln entstehen dadurch erhöhte Risiken für schwere Verkehrsunfälle.
Mit den Maßnahmen verfolgt die Polizei das Ziel, sowohl die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen als auch für einen verantwortungsvollen Umgang mit getunten Fahrzeugen zu sensibilisieren.