Eine aktuelle Auswertung von Carwow zeigt: Während Elektroautos bundesweit stark an Bedeutung gewinnen, bleibt Ostdeutschland beim Umstieg weiterhin deutlich hinter dem übrigen Bundesgebiet zurück. Besonders Sachsen-Anhalt gehört zu den Regionen, in denen E-Mobilität nur zögerlich angenommen wird – trotz neuer staatlicher Förderung und steigender Nachfrage insgesamt.
E-Auto-Neuzulassungen: Ostdeutschland bildet das Schlusslicht
Deutschlandweit hatten Elektroautos 2025 einen Anteil von 32 Prozent an allen Neuzulassungen. In Ostdeutschland sieht das Bild jedoch ganz anders aus:
- In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt der Anteil lediglich zwischen 21 und 23 Prozent.
- Damit hinken die ostdeutschen Länder fast zehn Prozentpunkte hinter dem Bundesdurchschnitt zurück.
- Der Abstand zu Vorreiterregionen wie Baden-Württemberg oder Berlin (jeweils 37 Prozent) wächst weiter.
Ostdeutschland zeigt sich damit weiterhin als „E-Auto-Muffel“, was sich sowohl im Bestand als auch bei den Neuzulassungen spiegelt.
Städtevergleich: Ostdeutsche Gemeinden mit großem Aufholbedarf
Auch die Zahlen aus den Städten verdeutlichen die Kluft:
- In ostdeutschen Großstädten liegt der Anteil von E-Autos im Bestand häufig noch unter fünf Prozent.
- Während Städte wie München, Stuttgart oder Frankfurt am Main zu den Spitzenreitern gehören, bleiben viele ostdeutsche Städte deutlich dahinter.
- Auch die Ladeinfrastruktur ist ungleich verteilt: Oft stehen weniger Ladepunkte zur Verfügung, und besonders Schnelllader sind rar.
In vielen Regionen Ostdeutschlands wird der Umstieg daher vor allem durch Infrastruktur und Alltagstauglichkeit gebremst.
Neue Förderung bringt Schwung – aber viele Ostdeutsche sind unsicher
Die neue staatliche Förderung, die rückwirkend ab dem 1. Januar gilt, hat bundesweit zu einem starken Anstieg des Interesses geführt. Daten von Carwow zeigen:
- Anfragen zu E-Autos stiegen nach Förderankündigung um 268 Prozent.
- Anfragen zu Benzinern und Diesel gingen deutlich zurück.
- Im Jahresvergleich liegen E-Auto-Anfragen sogar 227 Prozent höher.
Besonders für Regionen wie Sachsen-Anhalt könnte diese Förderung ein wichtiger Anstoß sein, den Rückstand zu verringern. Doch gleichzeitig bestehen Unsicherheiten:
- Nur 48 Prozent der Befragten wissen, wie genau die Förderung für sie gilt.
- 53 Prozent sind unsicher, ob sie überhaupt anspruchsberechtigt sind.
- 39 Prozent geben an, nun früher als geplant ein E-Auto kaufen zu wollen.