Im erdnahen Orbit herrscht Platzmangel. Tausende Satelliten übernehmen heute wichtige Aufgaben in Navigation, Telekommunikation und Erdbeobachtung, in den kommenden Jahren werden Zehntausende weitere hinzukommen. Gleichzeitig wachsen die Risiken durch ausrangierte Satelliten, die beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen und Metall- sowie Kunststoffreste hinterlassen. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina lädt zu einem Vortrag mit dem Geophysiker Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier ein, der die Folgen dieser Verschmutzung erläutert und mögliche Ansätze für mehr Nachhaltigkeit in der Raumfahrt vorstellt. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 18. Februar 2026, im Hauptgebäude der Leopoldina in Halle statt und ist öffentlich frei zugänglich. Zuvor erhalten neue Mitgliedern der Leopoldina um 17:00 Uhr Urkunden, gefolgt von der Leopoldina-Vorlesung von Prof. Dr. Glaßmeier zum Thema „Zwischen Himmel und Erde: Raumfahrt, Atmosphäre und Nachhaltigkeit“.
Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier erforscht planetare Magnetfelder und Plasmen im Weltraum. Seine Messinstrumente wurden bei zahlreichen Weltraummissionen eingesetzt. Zudem war er leitendend an ESA‑ und NASA‑Projekten wie JUICE zur Erforschung der Jupitermonde sowie THEMIS/ARTEMIS zur Untersuchung von Sonnenwinden beteiligt. In den vergangenen Jahren rückte für Glaßmeier zunehmend das Thema Nachhaltigkeit in der Raumfahrt in den Fokus.
Im Anschluss an die Vorlesung richtet die Leopoldina am Donnerstag, 19. Februar 2026, ein Fachsymposium zum Thema „Verglühende Satelliten: Ein Risiko für die Atmosphäre und uns?“ aus. Die Vorträge behandeln chemische und physikalische Prozesse der oberen Atmosphäre, Einflüsse künstlicher Objekte sowie Standards für nachhaltige Weltraumaktivitäten. Teilnehmende erhalten weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten über die Leopoldina‑Website.