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Online-Vortrag beleuchtet queeres Leben in der DDR

Homosexuelle Menschen waren in der DDR auch nach 1949 weiterhin staatlicher Diskriminierung ausgesetzt. Trotz der Erfahrungen der nationalsozialistischen Verfolgung übernahm die DDR – ebenso wie die Bundesrepublik – den Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches und stellte gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern weiterhin unter Strafe. Damit entfernte sich die SED von den liberaleren Positionen der KPD in den 1920er Jahren und orientierte sich stärker an stalinistischen Moralvorstellungen.

Erst mit dem neuen Strafgesetzbuch von 1968 entfiel der Paragraph 175 in der DDR, früher als im Westen. Dennoch blieb Homosexualität gesellschaftlich stigmatisiert. Über den neuen Strafrechtsparagraphen 249 zum „asozialen Verhalten“ konnten homosexuelle Männer weiter verfolgt werden. Erst in den 1980er Jahren bildete sich – vor allem im Schutzraum der Kirchen – eine unabhängige Lesben- und Schwulenbewegung. 1987 distanzierte sich das Oberste Gericht der DDR von der bisherigen Rechtsprechung; 1988 passte die Volkskammer das Strafrecht an. Seit Mitte 1989 war Homosexualität in der DDR schließlich nicht mehr strafbar.

Am Dienstag, den 24. Februar 2026, findet von 17.00 bis 18.00 Uhr die Online-Veranstaltung „Queeres Leben in der DDR: Neueste Erkenntnisse und anstehende Aufgaben“ statt. Den Vortrag hält die Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin Maria Bühner von der Universität Leipzig. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Aufarbeitung von SED-Unrecht kompakt“ des Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die nachfolgende Veranstaltung der Reihe findet am 10. März 2026 statt: Der Psychiater, Autor und Liedermacher Karl-Heinz Bomberg spricht dann über „‚Was Menschen Menschen antun‘. Retraumatisierung politisch Verfolgter der DDR“.

Eine Anmeldung ist per E-Mail an veranstaltung@lza.lt.sachsen-anhalt.de oder telefonisch unter 0391 – 560 1519 möglich. Zugangsdaten werden kurz vor Beginn verschickt.


5 Stichworte

DDR, Queeres Leben, Strafrecht, Online-Veranstaltung, Aufarbeitung

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