Zum 50. Jahrestag des Beutelsbacher Konsenses haben die Bundeszentrale für politische Bildung und die 16 Landeszentralen eine gemeinsame Social-Media-Kampagne gestartet. Unter dem Motto „#NichtNeutral – 50 Jahre Beutelsbacher Konsens“ soll sie nach Angaben der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt auf ein häufiges Missverständnis aufmerksam machen: Politische Bildung sei zwar überparteilich, aber nicht wertneutral.
Der Beutelsbacher Konsens geht auf eine Fachtagung im baden-württembergischen Beutelsbach im Jahr 1976 zurück. Er formuliert drei zentrale Grundsätze für politische Bildung: Kontroverses soll auch kontrovers dargestellt werden, Lernende dürfen nicht überwältigt oder indoktriniert werden und sie sollen dazu befähigt werden, sich ein eigenes politisches Urteil zu bilden.
Die Kampagne betont zugleich, dass aus diesen Grundsätzen kein allgemeines Neutralitätsgebot gegenüber Angriffen auf demokratische Grundwerte abgeleitet werden könne. Politische Bildung sei den Werten des Grundgesetzes, den Menschenrechten und der politischen Teilhabe verpflichtet. Staatliche politische Bildung müsse dabei strikt überparteilich bleiben.
In kurzen Videobeiträgen äußern sich Persönlichkeiten aus politischer Bildung, Verfassungsrecht, Medien, Kultur und Zivilgesellschaft zu dem Verhältnis von politischer Haltung und dem Beutelsbacher Konsens. Die Kampagne richtet sich insbesondere an Lehrkräfte sowie an Fachkräfte der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung, der Sozialen Arbeit, der Ausbildung und der frühkindlichen Bildung.
Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung 35/2026
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