Die Umweltinitiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) (AHA) fordern grundlegende Änderungen in der Planung des Riebeckplatzes. In einer gemeinsamen Pressemitteilung rufen sie dazu auf, die Bevölkerung von Anfang an in die Neugestaltung des Platzes einzubeziehen, um ökologische und stadtgestalterische Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.
Bereits bei einer Exkursion zum Riebeckplatz am 25. April 2024, anlässlich des „Tags des Baumes“, legte die Initiative ihre Vorschläge vor und wies auf die dringende Notwendigkeit hin, Natur und Stadtplanung stärker miteinander zu verknüpfen. Besonders im Hinblick auf das geplante „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ im Bereich des Riebeckplatzes sei eine „praxisorientierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Transformation“ vonnöten.
Die Initiative kritisiert die bisherigen Planungen, bei denen sowohl die Umwelt als auch die Bürgerbeteiligung zu kurz gekommen sind. Besonders problematisch ist die geplante Verlagerung des Neubaus nach Westen, da dies die Zerstörung von mindestens 16 Bäumen im Bereich der Magdeburger Straße, Volkmannstraße und Riebeckplatz zur Folge haben könnte. „Das Gelände ist einer der letzten grünen Rückzugsorte in der Innenstadt und muss erhalten bleiben“, betont die Initiative. Statt eines Neubaus fordern sie die Nutzung bestehender Gebäude und eine nachhaltige Aufwertung des Areals.
Die geplanten Veränderungen am Riebeckplatz könnten den ökologischen Zustand in der Stadt erheblich verschlechtern, warnen „Pro Baum“ und AHA. Bereits die jüngsten Umgestaltungen in den Jahren 2005 und 2011 hätten wenig zur Begrünung beigetragen, stattdessen seien wichtige Grünflächen zerstört worden. Besonders die rundum versiegelte Fläche zwischen Riebeckplatz und Hauptbahnhof sei ein negatives Beispiel für die städtebauliche Entwicklung der letzten Jahrzehnten.
„Grünflächen und Gehölze sind für das Stadtklima und die Lebensqualität von enormer Bedeutung. Wir fordern daher, dass bei allen Planungen der Riebeckplatzes ökologische Aspekte, wie die Bewahrung der Bäume und die Minimierung der Flächenversiegelung, in den Mittelpunkt gestellt werden“, erklärt die Initiative.