Die neue Fernwärmebrücke über den Ruderkanal in Halle (Saale) trägt künftig den Namen „Adler-Bogen“. Der Name geht auf einen Schülerwettbewerb zurück, den die Stadtwerke Halle
ausgelobt hatten. Vorgeschlagen wurde die Bezeichnung von Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule Halle-Süd.
Der Name erinnert an die hallesche Parakanutin Anja Adler. Zugleich steht der Begriff „Bogen“ für die verbindende Funktion des Bauwerks. Die Brücke verbindet wichtige Abschnitte des Fernwärmenetzes zwischen der Bundesstraße 80 und der Saale sowie die Kraftwerksstandorte Trotha und Dieselstraße. Darüber hinaus entstand eine neue Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer über den Ruderkanal.
Die Brücke ist 72 Meter lang, vier Meter breit und wiegt rund 170 Tonnen. Sie bildet den letzten Lückenschluss einer erneuerten Fernwärmetrasse, die nach den Schäden des Saalehochwassers von 2013 neu geplant werden musste. Die Konstruktion wurde hochwassersicher ausgelegt und soll auch extremen Wasserständen standhalten.
Der Bau stellte die Beteiligten vor erhebliche logistische Herausforderungen. Die Stahlkonstruktion wurde in vier Teilen angeliefert, vor Ort verschweißt und anschließend mit einem 800-Tonnen-Raupenkran eingehoben. Die Bauarbeiten liefen von Februar 2024 bis April 2026. Seit Mitte Mai ist die Brücke für die Öffentlichkeit zugänglich.
Bauherr des rund 6,35 Millionen Euro teuren Projekts war die EVH GmbH. Geplant wurde das Bauwerk von der Gruner GmbH, die Ausführung übernahm eine Arbeitsgemeinschaft aus Friedrich Vorwerk SE & Co. KG und Grötz Bauunternehmung GmbH. Die Maßnahme wurde mit Mitteln von Bund und Land zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013 gefördert.