Eine aktuelle Studie der Universitätsmedizin Halle zeigt, dass der Schutz vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante des Coronavirus innerhalb eines Haushalts nach einer Impfung oder Infektion über die Zeit deutlich nachlässt. Kurz nach einer Impfung oder durchgemachten Infektion liegt das Risiko einer Ansteckung bei etwa 20 Prozent, steigt jedoch innerhalb eines Jahres auf alarmierende 80 Prozent an. Diese Ergebnisse basieren auf einer Untersuchung von 662 Personen aus 262 Haushalten in der zweiten Jahreshälfte 2022.
Die im Fachjournal „Infection“ veröffentlichten Ergebnisse verdeutlichen, dass das Risiko einer Ansteckung nicht nur von der Zeit seit der letzten Impfung oder Infektion abhängt, sondern auch von der Stärke der Symptome bei der zuerst infizierten Person. Leichte Symptome führten zu einem geringeren Ansteckungsrisiko. Zudem waren Kinder und Jugendliche seltener die ersten Überträger im Haushalt, und ihr Risiko, sich anzustecken, stieg innerhalb eines Jahres lediglich auf rund 40 Prozent an.
Die Studie ist Teil der deutschlandweiten DigiHero-Studie zur digitalen Gesundheitsforschung, an der sich bisher über 90.000 Personen beteiligt haben. Diese Forschung wird von der Universitätsmedizin Halle gemeinsam mit weiteren deutschen Institutionen durchgeführt und vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit, den Schutz vor einer Ansteckung mit Omikron durch kontinuierliche Impfungen und präventive Maßnahmen aufrechtzuerhalten, insbesondere in Haushalten, wo das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus besonders hoch ist.