Der Neonazi Marla Svenja Liebich, früher bekannt als Sven Liebich, ist am 28. August 2025 nicht wie vorgesehen in die Justizvollzugsanstalt Chemnitz eingezogen. Die Staatsanwaltschaft Halle bestätigte, dass Liebich die Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten nicht antrat.
Scharfe Kritik daran üben sowohl das Bündnis Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage als auch die Landtagsabgeordnete Henriette Quade (Die Linke). Das Bündnis verweist darauf, dass Betroffene von Liebichs Taten über Jahre juristisch für eine Verurteilung kämpfen mussten. Erst im Berufungsprozess 2024 war Liebich wegen 17 Straftaten verurteilt worden – zwölf davon hatte die Staatsanwaltschaft Halle zuvor eingestellt. Dass sich eine bundesweit bekannte extrem rechte Person der Haft so offen entziehen könne, sei für die Betroffenen unverständlich. Gefordert wird nun eine umfassende Aufklärung durch die Behörden sowie die umgehende Vollstreckung des Haftbefehls.
Henriette Quade erinnert daran, dass Liebich bereits seit 2002 in Verfassungsschutzberichten auftaucht und seit Jahrzehnten durch Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden beobachtet wird. Dennoch habe sich die Justiz wiederholt von ihm „an der Nase herumführen lassen“. Dass keine ausreichenden Maßnahmen getroffen worden seien, um eine Flucht zu verhindern, sei unbegreiflich. Quade fordert vom Justizministerium, dem Landtag und der Öffentlichkeit darzulegen, warum keine ernsthafte Analyse zur Fluchtgefahr erfolgte.
Darüber hinaus kritisiert Quade das Schweigen des Landes Sachsen-Anhalt, während sich inzwischen sogar Teile der Bundesregierung zum Fall geäußert hätten. Statt über mögliche Folgen von Liebichs Geschlechtseintrag für den Strafvollzug zu spekulieren, müsse der Fokus darauf liegen, die Haft tatsächlich zu vollstrecken. Andernfalls werde der Rechtsstaat in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht.
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2 comments on “Fall Liebich: Kritik an Behörden nach gescheitertem Haftantritt”
Feige ist sie also auch noch. Nichts Neues bei rechtsradikalen Schwurblern und Hetzern. Konsequenzen haben sie gar nicht gern.
Das L. verlangt nach einem Bericht vo T-Online in der Haftanstalt koscheres Essen, weil sie zum Judentum konvertiert sei. Spannende Frage: ist sie beschnitten?