Im Fall eines mutmaßlichen Sexualdelikts in Halle haben sich die Ermittlungen ausgeweitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kannten sich die beteiligten Jugendlichen bereits vor dem Treffen. Teilweise sollen zwischen ihnen sogar familiäre Beziehungen bestanden haben. Der genaue Ablauf der Ereignisse ist jedoch weiterhin ungeklärt.
Zu dem Vorfall soll es am Samstagabend in einem Mehrfamilienhaus in der halleschen Südstadt gekommen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen hielten sich dort vier Mädchen unter 14 Jahren gemeinsam mit vier Jungen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren auf. Im Verlauf des Abends soll es zu sexuellen Handlungen gekommen sein, deren Umstände nun Gegenstand der Ermittlungen sind.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei bei dem Treffen in erheblichem Umfang Alkohol konsumiert worden. Die Ermittler prüfen derzeit auch, welche Rolle Alkohol oder andere Substanzen bei den Geschehnissen gespielt haben könnten.
Die Polizei nahm die Tatverdächtigen zunächst vorläufig fest. Gegen die Jugendlichen wurden bislang jedoch keine Haftanträge gestellt. Die Staatsanwaltschaft begründet dies mit dem frühen Stand der Ermittlungen. Die Beschuldigten hätten sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, zudem müssten Aussagen und gesicherte Spuren noch ausgewertet werden.
Alle vier Mädchen wurden medizinisch untersucht, zwei von ihnen kamen vorübergehend in ein Krankenhaus. Weitere Angaben zum Gesundheitszustand machen die Behörden aus Gründen des Opferschutzes nicht.
Die Ermittlungen dauern an. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
(Quelle: Polizei, MDR)