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Mögliche Lösung für Domo-Standorte in Leuna in Sicht

Für die insolventen Tochterfirmen des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals am Standort Leuna zeichnet sich eine mögliche Perspektive ab. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird geprüft, ob die beiden betroffenen Gesellschaften durch eine neu zu gründende Tochtergesellschaft übernommen werden können. An diesem Vorhaben sollen unter anderem der Standortbetreiber InfraLeuna GmbH sowie ein weiteres im Chemiepark ansässiges Unternehmen beteiligt sein.

Eine endgültige Einigung steht bislang noch aus, Verträge wurden nach aktuellem Stand nicht unterzeichnet. Die drei deutschen Domo-Gesellschaften – zwei in Sachsen-Anhalt und eine in Premnitz – werden im Insolvenzverfahren getrennt betrachtet, sodass unterschiedliche Lösungen möglich sind.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze stellte im Vorfeld der geplanten Verfahrenseröffnung ein mögliches „positives Endergebnis“ in Aussicht. Konkrete Details nannte er mit Verweis auf laufende Verhandlungen jedoch nicht. Gespräche mit dem Betriebsrat sowie eine anschließende öffentliche Stellungnahme sind angekündigt. Auch der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther äußerte sich bislang nicht zu möglichen Lösungen.

Insgesamt sind in Deutschland mehr als 500 Arbeitsplätze von der Entwicklung betroffen, der Großteil davon in Leuna. Dort beschäftigt die Domo Caproleuna GmbH rund 480 Mitarbeitende, während bei der Domo Chemicals GmbH etwa 35 Personen tätig sind. Am Standort Premnitz arbeiten rund 70 Beschäftigte.

Das Unternehmen hatte Ende 2025 Insolvenz für seine deutschen Tochterfirmen angemeldet. In der Folge griff das Land Sachsen-Anhalt ein, um aus Sicherheitsgründen einen Minimalbetrieb der Anlagen aufrechtzuerhalten. Hintergrund waren Risiken für Mensch und Umwelt, die bei einem abrupten Stillstand der Produktionsanlagen hätten entstehen können. Nach Angaben des Energieministeriums beliefen sich die Kosten für diese Maßnahme auf rund 80 Millionen Euro.

Die mögliche Übernahme wird von Branchenvertretern als Signal für Stabilität gewertet. Der Standort Leuna gilt als Teil eines bedeutenden Chemieclusters in Ostdeutschland, in dem zahlreiche Unternehmen eng miteinander verflochten sind. Entsprechend könnten sich Entwicklungen bei einzelnen Betrieben auch auf andere Firmen in der Region auswirken.

Gleichzeitig bleibt die Lage der Chemieindustrie angespannt. Neben Domo stehen weitere Unternehmen der Branche vor strukturellen Herausforderungen, die sich unter anderem aus wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Transformationsprozessen ergeben.

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