Die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH) hat gemeinsam mit dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig und dem Land Brandenburg die europaweite Ausschreibung für das Mitteldeutsche S-Bahnnetz II gestartet. Gesucht wird ein Eisenbahnverkehrsunternehmen, das das Netz ab Dezember 2031 bis zum Fahrplanwechsel 2045 betreibt. Dabei sollen jährlich bis zu rund 8,4 Millionen Zugkilometer gefahren werden.
Ein Schwerpunkt der Neuvergabe liegt auf mehr Platz in den Zügen, der Möglichkeit zur Mitnahme von Fahrrädern und einzelnen Angebotsanpassungen. „Genügend Kapazitäten und Komfort sind entscheidend, damit mehr Menschen auf die Bahn umsteigen können“, betont Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Dr. Lydia Hüskens. Auch für Brandenburg ist die Weiterentwicklung der S-Bahnlinie bedeutend, insbesondere zur Stärkung der Achse Lutherstadt Wittenberg – Falkenberg (Elster) und für die Anbindung an Halle und Leipzig.
Das Vergabeverfahren umfasst die S-Bahnlinien in der Region Anhalt mit Verbindungen von Dessau über den Citytunnel Leipzig bis nach Markkleeberg-Gaschwitz, von Lutherstadt Wittenberg und Dessau nach Halle (Saale) sowie die Expresslinie Magdeburg – Dessau – Leipzig. Zudem werden die Linien von Sangerhausen nach Halle (Saale) und von Halle (Saale) nach Eilenburg zu einer durchgehenden Linie zusammengeführt. Optional vorgesehen sind weitere Linien und Verdichtungen, darunter RB52 Magdeburg – Dessau und S22 Leipzig – Delitzsch.
Die aktuelle Bedienung erfolgt durch die DB Regio AG, deren Vertrag bis Dezember 2030 läuft. Ein Übergangsjahr bis Dezember 2031 wird verhandelt. Die Zuschlagserteilung für die neue Vergabe ist für das erste Quartal 2027 geplant und berücksichtigt nicht nur den Preis, sondern auch zusätzliche Kapazitäten und Mehrleistungen. Ein Personalübergang ist vorgesehen, falls ein neuer Betreiber den Zuschlag erhält.