Sachsen-Anhalt bekommt einen neuen Bildungsminister: Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die bisherige Ressortchefin Eva Feußner entlassen. Die Entscheidung wurde am Freitagabend bekannt gegeben – auf Vorschlag der CDU, wie die Staatskanzlei in einer Mitteilung erklärte. Eine offizielle Begründung blieb aus, doch der Schritt kommt nicht überraschend.
Die Amtsführung der Ministerin stand seit Langem in der Kritik. Bereits im vergangenen Jahr war Feußner durch die Kürzung von Förderunterrichtsstunden und ihre Haltung zur Mehrarbeit von Lehrkräften unter Druck geraten. Ein Brandbrief aus dem Landesschulamt, in dem Mitarbeitende über hohe Belastungen und fehlendes Personal klagten, verstärkte den öffentlichen Unmut.
Besonders großen Wirbel verursachte Feußners Entscheidung, Skiklassenfahrten an Schulen zu untersagen. Mit ihrer Anordnung, dass Skikurse aus dem Sportunterricht gestrichen werden müssten, löste sie heftige Reaktionen aus – auch aus der eigenen Partei. CDU und Junge Union übten scharfe Kritik. (Hallespektrum.de berichtete). Nach anhaltendem Protest ruderte Feußner schließlich zurück und machte die Anweisung rückgängig. Dennoch blieb ein Vertrauensverlust zurück.
Haseloff zog nun die Konsequenzen: Als Nachfolger wurde noch am Abend der Hallenser Gymnasiumsdirektor Jan Riedel benannt. Der 43-Jährige soll am Mittwoch gemeinsam mit CDU-Landeschef Sven Schulze der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es bleibt abzuwarten, ob der neue Mann an der Spitze des Bildungsministeriums die Erwartungen erfüllen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen kann.