In deutschen Wohnzimmern flackert das Licht, in den Küchen dampfen die Töpfe – und in vielen Haushalten fließt das Geld unbemerkt davon. Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen überhöhte Strom- und Gaspreise, weil sie in teuren Grundversorgungstarifen verharren. Das geht aus einer aktuellen Berechnung des Vergleichsportals Verivox hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.
Demnach befinden sich derzeit rund 25 Prozent der Stromkunden und 19 Prozent der Gaskunden in der Grundversorgung der örtlichen Energieversorger. Diese Tarife gelten als die teuersten am Markt – und verursachten allein im ersten Halbjahr 2025 Mehrkosten von rund drei Milliarden Euro gegenüber günstigeren Alternativen mit Preisgarantie.
„Nichtstun kostet mehr als jede Preiserhöhung“, warnt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Viele Haushalte blieben aus Bequemlichkeit, Unwissen oder Angst bei ihrem Anbieter – und zahlten dafür einen hohen Preis: Laut Berechnung lagen die durchschnittlichen Kosten pro Kilowattstunde Strom in der Grundversorgung bei 43,96 Cent, während sie im günstigsten Tarif mit Preisgarantie nur 27,85 Cent betrugen. Beim Gas betrug der Unterschied 13,99 Cent zu 9,71 Cent – eine Differenz von rund 31 Prozent.
Für einen durchschnittlichen Haushalt – etwa ein Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Strom- und 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr – bedeutet ein Tarifwechsel eine Ersparnis von durchschnittlich 1.628 Euro jährlich. Davon entfallen 671 Euro auf Strom und 957 Euro auf Gas.
Dabei ist der Weg aus der Grundversorgung unkompliziert: Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten Versorger, die Versorgung bleibt gesetzlich garantiert, technische Umstellungen sind nicht nötig.
Die Empfehlung der Experten ist eindeutig: Wer seine Energiekosten senken möchte, sollte regelmäßig Tarife vergleichen und gezielt nach Angeboten mit Preisgarantie suchen. Denn der vermeintlich einfache Weg – nichts zu tun – ist am Ende oft der teuerste.