Magdeburg. Die Folgen des Klimawandels werden für viele Menschen in Ostdeutschland immer greifbarer. Laut einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse BARMER sorgen sich 55 Prozent der Befragten vor einer Zunahme von Hitzewellen. Gleichzeitig fühlen sich die meisten Menschen gut über die gesundheitlichen Risiken informiert und passen ihr Verhalten bereits an.
Wie aus der Studie „Klimaneutraler Gesundheitssektor 2025“ hervorgeht, nehmen zwei Drittel der Befragten eine Zunahme heißer Tage wahr. Rund 82 Prozent geben an, über die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze gut informiert zu sein. Sieben von zehn Menschen reagieren auf amtliche Hitzewarnungen und ändern ihr Verhalten entsprechend. Dazu gehören insbesondere ausreichendes Trinken, längere Ruhepausen sowie die Verlagerung körperlich anstrengender Aktivitäten auf kühlere Tageszeiten.
Die Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen-Anhalt, Birgit Dziuk, wertet dies als positives Signal. Die Menschen nähmen Hitzewellen ernst und reagierten verantwortungsbewusst. Besonders wichtig sei dies für ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Erkrankte, die als besonders gefährdet gelten.
Kritischer fällt die Einschätzung der Befragten beim Hitzeschutz im Gesundheitswesen aus. Nur 32 Prozent halten Krankenhäuser für gut oder sehr gut auf extreme Hitze vorbereitet. Bei Arztpraxen liegt dieser Wert bei 29 Prozent, bei Pflegeeinrichtungen sogar nur bei 21 Prozent. Nach Ansicht von Dziuk müssten sich Gesundheitseinrichtungen stärker auf die Folgen des Klimawandels einstellen.
Auch für Städte und Gemeinden sehen die Befragten Handlungsbedarf. Fast zwei Drittel wünschen sich einen besseren Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser. Mehr als die Hälfte spricht sich für kühle öffentliche Aufenthaltsräume und eine hitzeresistente Stadtplanung aus.
Von Arbeitgebern erwarten viele Beschäftigte ebenfalls mehr Schutz. So wünschen sich 56 Prozent flexiblere Arbeitszeiten oder Arbeitsorte bei großer Hitze. 77 Prozent befürworten Homeoffice ab einer Außentemperatur von 30 Grad. Noch deutlicher fällt die Zustimmung zu kürzeren Arbeitszeiten bei Tätigkeiten unter direkter Sonneneinstrahlung aus: 85 Prozent unterstützen solche Maßnahmen.
Für die Studie wurden bundesweit 1.001 Menschen befragt, darunter 201 Personen aus Ostdeutschland. Ergänzend wurden 415 Akteure des Gesundheitswesens zu den Auswirkungen des Klimawandels und zu Vorbereitungen auf Hitzewellen befragt.