Die Berufsorientierung im Land wird weiter ausgebaut: Immer mehr Förderschulen in Sachsen-Anhalt beteiligen sich am Landesberufsorientierungsprogramm BRAFO. Derzeit haben 72 von 97 Förderschulen am Programm teilgenommen, in diesem Jahr werden 83 Einrichtungen ihren Schülerinnen und Schülern den Zugang ermöglichen. Die entsprechenden Kooperationsvereinbarungen wurden abgeschlossen. Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne betont, dass ein inklusiver Arbeitsmarkt mit inklusiver Berufsorientierung beginne. Ziel sei es, Jugendlichen mit Förderbedarf den Übergang in das Berufsleben zu erleichtern.
BRAFO unterstützt Förderschülerinnen und Förderschüler dabei, berufliche Interessen zu erkennen und einen realistischen Berufswunsch zu entwickeln. Gleichzeitig profitieren Unternehmen – vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels – von einer erweiterten Bewerberbasis. Materialien wurden in Leichter Sprache aufbereitet, zudem wurde die Zusammenarbeit zwischen Integrationsfachdiensten und BRAFO-Bildungsträgern verstärkt.
Bildungsminister Jan Riedel unterstreicht, dass die steigende Teilnahme ein wichtiger Schritt hin zu mehr Teilhabe sei. BRAFO biete individuelle Unterstützung, praxisnahe Orientierung und eine enge Zusammenarbeit mit Betrieben im Land.
Auch die Perspektive der Bildungsträger zeigt die wachsende Bedeutung: Ines Brückner vom Europäisches Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft (EBG) erläutert, dass die Kooperation mit Förderschulen besonders individuell gestaltet sei. Absprachen zu Anfahrt, Betreuung und Leistungsniveaus führten zu einer engen Zusammenarbeit mit den Schulen. Projektkoordinatorin Katharina Herling ergänzt, dass Aufgaben kontinuierlich an den jeweiligen Unterstützungsbedarf angepasst würden.
Zusätzlich organisieren Integrationsfachdienste individuelle Praktika und begleiten den Übergang am Ende der Schulzeit. Insgesamt unterstützt BRAFO jährlich rund 11.000 Jugendliche der Klassenstufen 7 bis 9. Das Programm bietet Einblicke in über zwölf Lebenswelten und wird von mehr als 2.000 Betrieben sowie über 25 Bildungsträgern unterstützt.
Gefördert wird BRAFO durch Mittel der Europäischen Union, des Landes Sachsen-Anhalt, der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Umsetzung wird u. a. durch die BRAFO-Netzwerkstelle begleitet, die vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) betrieben wird.
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