Die Sonderausstellung „tagsüber bin ich woanders (hier bin ich nur nachts) – Wohnungslosigkeit und unsicheres Wohnen in Halle“ im Stadtmuseum Halle endet am 31. Mai. Seit ihrer Eröffnung Ende Januar haben mehr als 8000 Menschen die Schau besucht.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der BURG Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Evangelischen Stadtmission Halle und dem Stadtmuseum. Im Mittelpunkt standen fotografische Arbeiten sowie persönliche Einblicke in das Leben wohnungsloser Menschen in Halle.
Museumsdirektorin Jane Unger sprach von einer Resonanz, die die Erwartungen übertroffen habe. Besonders wichtig sei gewesen, dass auch Betroffene selbst die Ausstellung besucht und an Begleitveranstaltungen teilgenommen hätten.
Auch Heiko Wünsch von der Wärmestube der Evangelischen Stadtmission zog eine positive Bilanz. Die Ausstellung habe das Thema Wohnungslosigkeit sichtbarer gemacht. Viele Besucher seien von den persönlichen Geschichten und Beiträgen der Betroffenen berührt gewesen, was sich auch in zahlreichen Gästebucheinträgen gezeigt habe.
Im Rahmen der Ausstellung kamen zudem 1200,28 Euro an Spenden zusammen. Das Geld wurde an die Wärmestube übergeben und soll in einen Notfallfonds fließen, der schnelle Hilfe für Betroffene ermöglicht. Nach Angaben der Organisatoren meldeten sich außerdem mehrere Menschen, die sich künftig ehrenamtlich engagieren möchten.
Darüber hinaus soll die Ausstellung als Wanderschau weitergeführt werden und künftig auch an anderen Orten in Deutschland gezeigt werden können.
Ein besonderes Objekt bleibt dauerhaft in Halle: Das Stadtmuseum nahm einen Rucksack mit Isomatte eines ehemals wohnungslosen Menschen in seine Sammlung auf. Der Gegenstand steht symbolisch für das Leben auf der Straße, zugleich aber auch für den Weg zurück in ein gesichertes Leben.