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MDR-Recherche: AfD-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt beschäftigen besonders viele Mitarbeiter

Eine Recherche von MDR Investigativ wirft Fragen zur Verwendung von Steuergeld für Mitarbeiter von Landtagsabgeordneten auf. Besonders viele Beschäftigte haben demnach AfD-Abgeordnete. In Sachsen-Anhalt kommen AfD-Abgeordnete im Durchschnitt auf 6,4 Mitarbeiter, während die übrigen Fraktionen durchschnittlich 2,8 Beschäftigte pro Abgeordnetem haben.

Besonders auffällig ist die Zahl bei der AfD-Abgeordneten Nadine Koppehel: Sie beschäftigt laut Landtagsverwaltung 16 Mitarbeiter und liegt damit bundesweit auf Platz drei der Abgeordneten mit den meisten Beschäftigten. An der Spitze der bundesweiten Auswertung stehen die nordrhein-westfälische AfD-Abgeordnete Enxhi Seli-Zacharias mit 15 und der bayerische AfD-Abgeordnete Markus Striedl mit 14 Mitarbeitern. Insgesamt beschäftigen 27 von rund 1.900 untersuchten Landtagsabgeordneten zehn oder mehr Mitarbeiter – 19 davon gehören der AfD an.

Auch die AfD-Abgeordneten Christian Mertens und Jan Moldenhauer beschäftigen gemeinsam 15 Mitarbeiter. MDR-Recherchen fanden allerdings an drei Tagen niemanden in dem von ihnen angegebenen Wahlkreisbüro am Magdeburger Hasselbachplatz. Die Abgeordneten selbst äußerten sich auf Anfrage nicht dazu, wo ihre Mitarbeiter arbeiten und welche Aufgaben sie übernehmen. Ihre Fraktion erklärte lediglich, in dem Büro werde Wahlkreisarbeit geleistet.

Ob die Beschäftigten tatsächlich im Rahmen der parlamentarischen Arbeit eingesetzt werden, wird in Sachsen-Anhalt nicht systematisch kontrolliert. Die Abgeordneten reichen ihre Arbeitsverträge bei der Landtagsverwaltung ein, die anschließend die vereinbarten Gehälter auszahlt. Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits 2017 auf die hohe Missbrauchsanfälligkeit dieses Systems hingewiesen.

Ein anonym bleibendes AfD-Mitglied behauptet gegenüber MDR, ein Teil der Beschäftigten werde tatsächlich als Delegierte aus den Kreisverbänden eingesetzt und solle bei parteiinternen Wahlen für bestimmte Kandidaten stimmen. Die AfD-Fraktion weist diesen Vorwurf zurück. Viele Mitarbeiter seien keine Parteimitglieder und könnten daher gar nicht als Delegierte fungieren. Außerdem gehe ihre Tätigkeit deutlich über die Betreuung von Wahlkreisbüros hinaus. Die Angaben lassen sich von außen nicht überprüfen.

Die Transparenzorganisation Abgeordnetenwatch fordert strengere Regeln. Unter anderem sollen die Namen der Mitarbeiter veröffentlicht und mögliche Verwandtschaftsverhältnisse vor einer Einstellung geprüft werden. Für Sachsen-Anhalt wird zudem eine Begrenzung auf fünf Mitarbeiter je Abgeordnetem diskutiert. Auch Vor-Ort-Kontrollen bei einem Verdacht auf Scheinbeschäftigung werden gefordert.

Quelle: MDR Investigativ / tagesschau.de, Recherche vom 7. August 2026

4 comments on “MDR-Recherche: AfD-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt beschäftigen besonders viele Mitarbeiter”

  1. Den Wählern ist das erstaunlich egal. Im Straßenwahlkampf brüllen die einen nieder, „wir“ die Altparteien würden nur in unsere eigene Tasche wirtschaften usw. Fragt man zurück, dann kommt nichts, abwinken, „alles Propaganda“, „Lügenpresse“ usw.

    Man spürt deutlich, wie Putin und seine Bot-Fabriken die Hirne mit tiktok-Schrott vernebelt haben.

  2. Gute Nachricht: Nach der Wahl können die Abgeordneten aller Parteien weiterhin entscheiden, ob sie mit der Arbeit ihrer Mitarbeiter zufrieden sind. Das Budget für Mitarbeiter bleibt weiterhin für alle gleich.
    Schlechte Nachricht: Das Parteibuch als Freifahrtschein in Führungspositionen im ÖD und öffentlichen Unternehmen wird entwertet. Underperformer werden ausgetauscht (oder besser jede 2. Stelle mit kW (keine Widerbesetzung) gekennzeichnet. Landauf, landab hört man schon die Knie schlottern und Zähne klappern.

  3. Was dann zählt, ist ein Parteibuch der AfD statt fachlicher Kompetenz. Nur so ist zu erklären, weshalb sich jetzt schon so viele geistige Hohlkörper in der AfD tummeln. Sie wittern ihre Chance.

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