Magdeburg (MDR) – Kurz vor der geplanten Eröffnung des Magdeburger Weihnachtsmarktes am 20. November 2025 gibt es unerwartete Hürden: Aufgrund eines Schreibens des Landesverwaltungsamts (LVWA) können die Genehmigungen für den Markt vorerst nicht erteilt werden. Die Behörde fordert Nachbesserungen am Sicherheitskonzept und bemängelt unklare Schutzpflichten. Besonders kritisiert wird die unzureichende Schutzzieldefinition für den Zufahrtschutz sowie die unklare Verantwortung der Stadt und der Veranstalter für die Sicherheit auf dem Markt.
Die Oberbürgermeisterin von Magdeburg, Simone Borris, äußerte sich besorgt über die Situation und warnte vor den gravierenden Folgen für die Stadtgesellschaft. In ihrer Erklärung betonte sie, dass der Weihnachtsmarkt trotz der geforderten Änderungen in letzter Minute stattfinden sollte, da der Ausfall eine Kapitulation vor den Herausforderungen der Sicherheit wäre. „Ein dauerhafter Ausfall des Marktes und der Lichterwelten wäre ein fatales Signal, weit über die Grenzen Magdeburgs hinaus“, erklärte Borris.
Sicherheitsprobleme und Zuständigkeitsfragen
Das LVWA hatte in seiner Stellungnahme auf die Notwendigkeit hingewiesen, das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt zu überarbeiten. Unter anderem werden höhere Anforderungen an den Zufahrtschutz und zusätzliche Sicherheitskräfte gefordert. Dies betrifft vor allem die Zertifizierung von Sperren, die derzeit nur bis zu 3,5 Tonnen für Fahrzeuge ausgelegt sind, während 7,5 Tonnen als notwendig erachtet werden. Darüber hinaus wurden die Verantwortlichkeiten für die Terror- und Amokabwehr infrage gestellt.
In einem offenen Brief hat die Stadtverwaltung Druck auf das Land ausgeübt, eine Lösung zu finden. Laut Borris sehen viele Experten die Verantwortung für die Abwehr von Terroranschlägen und Amokfahrten nicht bei der Stadt oder den Veranstaltern, sondern bei der Polizei und den Sicherheitsbehörden. In den vergangenen Jahren sei das Sicherheitskonzept für ähnliche Veranstaltungen nicht beanstandet worden.
Politische Spannungen und Reaktionen
Die Entscheidung des Landesverwaltungsamts sorgt auch für politische Spannungen. Stadträte unterstützten Borris und forderten die Landesregierung auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Kritik kam insbesondere von der Linksfraktion im Stadtrat, die Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) vorwarf, sich der Verantwortung zu entziehen. Auch die AfD thematisierte die Verantwortung der Veranstalter und brachte ein Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht ins Spiel.
Trotz der angespannten Situation bleibt Borris vorsichtig optimistisch. Sie hoffe, dass ein schneller Dialog zwischen der Stadt und dem Land zu einer rechtssicheren Lösung führen werde, die es ermögliche, den Weihnachtsmarkt wie geplant zu eröffnen.
Weitere Hintergründe
Die Unsicherheit um den Weihnachtsmarkt fällt in eine politisch brisante Zeit, da der Prozess zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember 2024 in dieser Woche begann. Die Tragödie, die 2024 durch einen Amoklauf auf dem Weihnachtsmarkt verursacht wurde, hat die Sicherheitsvorkehrungen für Veranstaltungen in der Region nachhaltig beeinflusst. In diesem Zusammenhang sind die Auseinandersetzungen über die Verantwortung und Zuständigkeit von Stadt und Land besonders brisant.
Die geplante Eröffnung des Weihnachtsmarktes steht somit weiterhin auf der Kippe, während die Stadt auf eine schnelle Einigung hofft.
Quelle: MDR Sachsen-Anhalt
2 comments on “Magdeburger Weihnachtsmarkt 2025: Sicherheitsauflagen gefährden Eröffnung”
So ein 7,5 t-Schutz ist gegenüber dem3,5 t-Schutz doch ein zu schwerwiegender Eingriff ins Stadtbild.
Und nicht auszudenken wie Schutzmaßnahmen erst beim nächsten Zuckerfest aussehen werden.
Zuckerfest ist ein guter Hinweis. Der Magdeburger Attentäter handelte aus Hass gegen den Islam.