Die CDU gebiert immer mal wieder Aussteiger. Norbert Blüm oder
Heiner Geißler haben die Politik ihrer Partei kritisiert. Und Jetzt
Dr. Hans-Georg Maaßen von einer anderen Seite.
Auf Einladung der CDU-Kreisverbände Halle (Saale) und Saalekreis
sowie des Bundestagsabgeordneten Christoph Bernstiel war er zu
Gast, um seine Gedanken zur Gefährdung der Demokratie in
Deutschland der CDU-Basis zu vermitteln. Aus Sicherheitsgründen
wurde die Veranstaltung ins Mercur-Hotel Halle-Peißen verlegt.
Klar, bei einem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidendenten sind
Sicherheitsbedenken quasi ein Muss.
Maaßen hatte die Kanzlerin
geärgert, weil er behauptet hatte, in Chemnitz hätte es keine
rechte Hetzjagd gegeben. Die Regierung behauptete das Gegenteil,
Maaßen musste seinen Schlapphut nehmen.
Die Bude im Mercur-Hotel war rammelvoll, die Luft stickig und miefig, Getränke gab es keine. Marco Tullner hat den Abend salbungsvoll eröffnet und Maaßen legte los, nachdem er sich noch einmal zu seiner Wahrheit bekannt und mit seinem Rücktritt die Große Koalition aus kritischer Bedrängnis befreit hatte.
Sein Thema war von Humboldt entliehen: Ohne Sicherheit keine
Freiheit.
Und beides ist bedroht. Natürlich durch Ausländer, Migranten,
Salafisten, Muslime – der Möglichkeiten gibt es da viele. Die 4 M
nennt er das: männlich, Migration, muslimisch, Misserfolg. 70% der
2015/16 gekommenen Flüchtlinge hätten keinen Pass gehabt, konnten
also demzufolge nicht identifiziert werden. 43% der Tötungs- und
Sexualdelikte würden von Ausländern begangen. Die daraus folgenden
57% deutscher Täter sind ihm dabei nicht so wichtig. Er beklagt den
mangelnden Integrationswillen vieler Muslime. Fürchtet eine neue
Flüchtlingswelle – von den Ursachen (zum Beispiel deutsche
Waffenexporte) spricht er nicht.
Auch die chinesische neue Seidenstraße ist ihm ein Dorn im Auge
und das 5G-Netz dürfe auch nicht in chinesische Hand gelangen.
Deutschland verliere immer mehr seine Unabhängigkeit.
Maaßen legt auch großen Wert auf Meinungsfreiheit, kritisiert die
öffentlich-rechtlichen Medien ebenso wie die Verhinderung von
Vorträgen an den Universitäten. Und das Schulsystem müsse frei von
Ideologie sein.
Dann macht er noch einen kleinen Witz über Merkels „Wir schaffen
das“ und die CDU-Basis jubelt ihm zu.
Nach dem sachlich-monotonen Vortrag gab es noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Zum lautstarken Ärger der Basis wollte Norbert Böhnke wissen, ob denn die Kanzlerin 2015 im juristischen Sinne wirklich falsch gehandelt habe. Er könne diese Meinung nicht teilen. Maaßen: Rechtmäßig war es, aber politisch nicht gut.
Die Frage des Rechtsextremismus in Deutschland wurde nur ganz
kurz gestreift, ist also für den Verfassungsschutz offenbar nicht
wirklich ein Problem. Wohingegen natürlich der Linksextremismus
(Stichwort Connewitz) genauso brandgefährlich ist wie die Bedrohung
der Demokratie durch Migranten.
So ungefähr verlief ein schöner Abend im Kreise der CDU. Und wer
jetzt meint, er kenne doch diese Themen und die Argumentation
irgend woher – dem ist nicht zu helfen.
3 comments on “Maaßen macht sich Sorgen”
„Die Frage des Rechtsextremismus in Deutschland wurde nur ganz kurz gestreift, ist also für den Verfassungsschutz offenbar nicht wirklich ein Problem.“
Nicht für den Verfassungsschutz, sondern für Herrn Maaßen. Wie aus der MZ heute zu erfahren war, blieb der rechtsextremistische Anschlag vom 9. Oktober auf die Synagoge in Halle völlig unerwähnt; versehentlich wie der besorgte Demokrat auf Nachfrage der Lokalzeitung angab. Er habe das Thema nicht absichtlich ausgeklammert.
Na dann, wer so vergesslich ist, gehört mit guten Gründen in den (einstweiligen) Ruhestand.
Es wird auch für die CDU Zeit, ihre Verbindungen zu den Rechtsextremisten mal zu kappen. Combat 1313 ist out!
Und der Bildungsminister eröffnet so eine Veranstaltung? Hat er mit Maaßen schon Pläne wie er unsere Schulen Ideologie frei kriegt? Für CDU Ideologie im Bildungssystem tut er doch schon eine ganze Menge: Leute rausschmeißen, die in der falschen Partei sind. Den Gemeinschaftsschulen, die gymnasiale Oberstufe absprechen. Förderschulen stärken, so dass Selektion und Chancenungleichheit gefördert werden. DAZ Lehrer*innen nicht verlängern, so dass Migrantenkinder weniger Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache haben.
Mal sehen wie viele Förderschullehrer*innen im nächsten Jahr noch in den Grund-und Sekundarschulen sind, um die Kinder mit Förderbedarf zu unterstützen. Es soll bereits Schulen geben, die gar keine Unterstützung mehr für 50 Kinder bekommen und trotzdem Fortschreibungsgutachten schreiben sollen.