Halle (Saale). Die Löhne und Gehälter in Sachsen-Anhalt sind im Jahr 2025 erneut deutlich gestiegen. Das Medianentgelt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter lag zum Jahresende bei 3.563 Euro brutto im Monat. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Plus von 210 Euro beziehungsweise 6,3 Prozent. Im Vergleich zu 2020 stieg das Medianentgelt sogar um 800 Euro. Darauf weist die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit hin.
Bundesweit lag das Medianentgelt im Dezember 2025 bei 4.217 Euro und damit weiterhin deutlich über dem Niveau Sachsen-Anhalts. Der bundesweite Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug 5,1 Prozent.
Frauen erzielen höhere Medianentgelte
Bemerkenswert ist, dass Frauen in Sachsen-Anhalt im Median weiterhin mehr verdienen als Männer. Während weibliche Vollzeitbeschäftigte ein Medianentgelt von 3.661 Euro erreichten, lag der Wert bei Männern bei 3.520 Euro. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hängt dies vor allem damit zusammen, dass viele Frauen in vergleichsweise besser vergüteten sozialen Berufen beschäftigt sind.
Halle bleibt Spitzenreiter im Land
Regional bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Das höchste Medianentgelt wurde erneut in Halle (Saale) mit 3.902 Euro erzielt. Es folgen Magdeburg mit 3.866 Euro sowie Dessau-Roßlau mit 3.760 Euro.
Am unteren Ende der Statistik liegt der Landkreis Wittenberg, wo das Medianentgelt lediglich 3.286 Euro betrug.
Humanmedizin an der Spitze
Nach Berufsgruppen werden die höchsten Entgelte weiterhin in der Human- und Zahnmedizin gezahlt. Ärztinnen und Ärzte erzielten 2025 ein Medianentgelt von 7.775 Euro monatlich. Es folgen Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen mit 5.896 Euro.
Die niedrigsten Medianentgelte wurden dagegen in der Körperpflege erzielt. Friseurinnen, Friseure sowie Kosmetikerinnen und Kosmetiker kamen auf 2.094 Euro monatlich.
Den stärksten Gehaltsanstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Berufe der Human- und Zahnmedizin. Nach Wirtschaftsbereichen fiel der Zuwachs im Bereich Erziehung und Unterricht am höchsten aus.
Ausbildung zahlt sich aus
Die Entgeltstatistik zeigt zugleich deutliche Unterschiede je nach Qualifikation. Beschäftigte ohne Berufsabschluss erzielten ein Medianentgelt von 2.757 Euro. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung lag der Median bereits bei 3.476 Euro, Akademikerinnen und Akademiker kamen auf 5.276 Euro.
Auch Auszubildende profitierten von steigenden Vergütungen. Ihr Medianentgelt lag im Jahr 2025 bei 1.205 Euro monatlich.
Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, bewertet die Entwicklung positiv. Die steigenden Einkommen seien ein wichtiges Signal im Wettbewerb um Fachkräfte. Dauerhaft erfolgreich seien Unternehmen jedoch nur, wenn sie neben einer guten Bezahlung auch attraktive Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeitmodelle anböten.
Die Daten beruhen auf der Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Sie berücksichtigt ausschließlich sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte und weist Medianentgelte aus. Das bedeutet: Die Hälfte der Beschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte weniger als den angegebenen Wert.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Entgeltstatistik 2025; Entgeltatlas 2025.
One comment on “Löhne in Sachsen-Anhalt 2025 deutlich gestiegen – Frauen verdienen im Median mehr als Männer”
Männer lesen die Gründe hierfür wahrscheinlich nicht gerne. Aber unter Männern findet man seit der Wende die doppelt so hohe Schulabbrecherquote.Das Problem war schon vor der Migrationswelle da, hat sich seitdem verstärkt. Frauen zeigen im Schnitt auch die besseren Leistungen in der Schule, bekommen auch die besseren Schulabschlussnoten. Das hält sich bis zum Bachelor, da geben sie dann oft auf, was an Rollenbildern (Mutter werden etc) liegen kann.