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Lockdown ist Konjunkturbremse: Stellungnahme der beiden IHK von Halle und Magdeburg

Der abermalige Lockdown hat die konjunkturelle Erholung in Sachsen-Anhalt ausgebremst. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKn) Halle-Dessau und Magdeburg. Ein leichter Aufwärtstrend, der sich im vergangenen Herbst zum Ende eines turbulenten Krisenjahres andeutete, ist abgebrochen: Der saisonbereinigte Geschäftsklimaindex ist im vierten Quartal 2020 wieder gefallen, auf einen Wert von aktuell -10,5 Prozentpunkten. In diesen Rechenwert fließt ein, wie die Unternehmen im Land Geschäftslage und Zukunftsaussichten einschätzen: Aktuell sind die Pessimisten klar in der Überzahl. In den vergangenen elf Jahren ist der Indexwert nur einmal niedriger ausgefallen: Das war im Frühjahr 2020 zum ersten Lockdown, da allerdings deutlich (-18,9). An der repräsentativen IHK-Konjunkturumfrage beteiligen sich jedes Vierteljahr rund 900 sachsen-anhaltische Unternehmen.

Vor allem die unsicheren Aussichten drücken zum Jahreswechsel auf die Stimmung in der sachsen-anhaltischen Wirtschaft. Den Unternehmen fehlt eine klare Perspektive. Gut 42 Prozent von ihnen rechnen in den kommenden Monaten mit schlechteren Geschäften. Dass es besser wird, glauben hingegen nur knapp elf Prozent. Diese Skepsis zieht sich quer durch alle Branchen, lediglich in der sachsen-anhaltischen Industrie ist sie nicht ganz so stark ausgeprägt. Aber auch hier ist der Anteil der Pessimisten mit 28 Prozent mehr als doppelt so groß wie die der Optimisten mit 12 Prozent. Die trüben Aussichten bleiben nicht ohne Folgen. Die IHK-Umfragedaten legen nahe, dass die Unternehmen Investitionen weiter auf Eis legen. Als Hauptrisiko für die ökonomische Entwicklung bezeichnen die Unternehmen nicht mehr – wie noch in den vergangenen Jahren – den Fachkräftemangel. Inzwischen stehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf Platz eins der Sorgenliste, sprich: aktuell die Coronapolitik, insbesondere jene des Bundes. Das sagen inzwischen drei von fünf sachsen-anhaltischen Unternehmen. Besonders harsch fällt die Kritik im heimischen Gastgewerbe aus: Mehr als 70 Prozent der Befragten bezeichnen diese nicht zuletzt von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen als die größte Gefahr für ihren wirtschaftlichen Erfolg.

„Viele Unternehmen sind von der aktuellen Corona-Politik bitter enttäuscht“, fasst Prof. Dr. Steffen Keitel, Präsident der IHK Halle-Dessau, zusammen. „Die immer wieder rasch angekündigten staatlichen Hilfen fließen einfach zu langsam – unter anderem auch deshalb, weil sie so kompliziert gestrickt sind und zudem zu oft kurzfristig geändert werden.“ Anders seien die Schwierigkeiten bei der Programmierung der Online-Anträge, die oft als Grund für die Verzögerungen genannt werden, kaum zu erklären.

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