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Lebenserwartung in Sachsen-Anhalt sinkt – Niveau von 2011 wieder erreicht

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Sachsen-Anhalt ist rückläufig. Das zeigen die aktuellen Berechnungen des Statistischen Landesamts auf Grundlage der sogenannten Sterbetafeln für den Zeitraum 2022 bis 2024. Damit erreicht die Lebenserwartung wieder das Niveau von 2011 bis 2013, nach zuvor über einem Jahrzehnt langsamer Anstiege.

Nach den nun vorgelegten Zahlen beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung für neugeborene Mädchen 82 Jahre und 3 Monate, für neugeborene Jungen 76 Jahre und 6 Monate. Damit liegt Sachsen-Anhalt weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, der für Mädchen bei 83 Jahren und 2 Monaten, für Jungen bei 78 Jahren und 6 Monaten liegt. Neugeborene Mädchen in Sachsen-Anhalt haben somit eine um 11 Monate kürzere Lebenserwartung als der Bundesschnitt, bei Jungen beträgt die Differenz sogar zwei Jahre.

Die Rückkehr auf das frühere Niveau sei laut Landesamt auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen. Zwar seien die Sterbefallzahlen nach dem pandemiebedingten Höchststand im Jahr 2021 (37.289 Todesfälle) im Beobachtungszeitraum wieder gesunken – insbesondere im Jahr 2023 mit nur noch 34.205 Todesfällen. Dennoch reicht dies offenbar nicht aus, um die in den Vorjahren verzeichneten Einbußen bei der Lebenserwartung wieder auszugleichen.

Seit der letzten Sterbetafelberechnung ist die Lebenserwartung bei Geburt für Jungen um drei Monate und für Mädchen um zwei Monate gesunken. Damit zeigt sich ein klarer Bruch mit dem zuvor langjährigen Trend steigender Lebenserwartung.

Im bundesweiten Vergleich gehört Sachsen-Anhalt nun erneut zu den Schlusslichtern. Nur in Saarland (Mädchen: 82 Jahre) und Bremen (Mädchen: 82 Jahre und 1 Monat) sind die Werte ähnlich niedrig. Die höchste Lebenserwartung wiesen weiterhin Mädchen in Baden-Württemberg mit 84 Jahren und 2 Monaten auf, Jungen dort erreichen im Schnitt 79 Jahre und 6 Monate.

Zur Einordnung: Die sogenannten Sterbetafeln, auf deren Grundlage diese Zahlen basieren, werden für Dreijahreszeiträume erstellt, um natürliche Schwankungen zwischen einzelnen Jahren zu glätten. Sie dienen als zentraler Indikator für die gesundheitliche Lage einer Bevölkerung und fließen in zahlreiche Planungen und Einschätzungen der sozialen Sicherungssysteme ein.


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