Knapp 60 Prozent der Abgeordneten des Landtags von Sachsen-Anhalt haben ein Hochschulstudium abgeschlossen. Damit weist das Landesparlament gemeinsam mit Bremen bundesweit die niedrigste Akademikerquote auf. Das geht aus einer Analyse der juristischen Lernplattform Jurafuchs hervor, die die Bildungsbiografien von 1.898 Landtagsabgeordneten in Deutschland ausgewertet hat.
Nach der Untersuchung verfügen 59,8 Prozent der Abgeordneten in Sachsen-Anhalt über einen Hochschulabschluss. Zwischen den Fraktionen zeigen sich deutliche Unterschiede: Die höchste Akademikerquote weist die FDP mit 85,7 Prozent auf, während sie bei der AfD mit 27,3 Prozent am niedrigsten liegt.
Am häufigsten studierten die Parlamentarier aus Sachsen-Anhalt an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Insgesamt 15 Abgeordnete sind Absolventen der Universität. Es folgen die Universität Leipzig mit fünf sowie die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit vier ehemaligen Studierenden.
Auch bei den Studienfächern gibt es einen klaren Schwerpunkt. Rechtswissenschaften sind mit zwölf Absolventen das am häufigsten vertretene Fach. Dahinter folgen Lehramt und Politikwissenschaft mit jeweils fünf Absolventen.
Bundesweit liegt die Akademikerquote in den Landesparlamenten bei 70,9 Prozent. Spitzenreiter sind Berlin mit 85,5 Prozent und Hamburg mit 82,6 Prozent. Die Universität Hamburg ist mit 73 ehemaligen Studierenden zugleich die Hochschule, an der die meisten heutigen Landtagsabgeordneten studiert haben. Es folgen die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin.
Auffällig ist laut der Studie zudem, dass lediglich 38 Prozent der studierten Landtagsabgeordneten aus Sachsen-Anhalt ihr Studium im eigenen Bundesland absolviert haben. Viele entschieden sich stattdessen für Hochschulen in benachbarten Bundesländern wie Leipzig, Berlin, Dresden oder Göttingen.
Jurafuchs-Mitgründer Dr. Carl-Wendelin Neubert betont allerdings, dass ein Studium allein keine Voraussetzung für gute parlamentarische Arbeit sei. Wichtiger seien analytisches Denken, strukturiertes Arbeiten sowie das Verständnis politischer Prozesse. Ebenso entscheidend seien unterschiedliche berufliche Erfahrungen und die Fähigkeit, die Probleme der Menschen zu verstehen und praktikable Lösungen zu entwickeln.
Quelle: Jurafuchs, Pressemitteilung vom 30. Juli 2026.